Birgit Isegrei - Helen-Keller Schule
Shownotes
In der heutigen Folge nehmen wir euch mit in die Helen-Keller-Schule in Meppen.
Die Helen-Keller-Schule begleitet Kinder und Jugendliche mit dem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf körperliche und motorische Entwicklung.
Dabei steht vor allem eines im Mittelpunkt: das Kind selbst.
Nicht die Einschränkung. Nicht das Defizit. Nicht das, was vielleicht schwerer fällt.
Sondern die Persönlichkeit. Die Stärken. Die Entwicklungsmöglichkeiten. Und die Frage:
Was braucht dieses Kind, um lernen, wachsen und selbstbestimmt seinen Weg gehen zu können?
Zu Gast ist Birgit Isegrei, die Schulleiterin der Helen-Keller-Schule.
Sie gibt einen spannenden Einblick in den Schulalltag. Sie erklärt, welche Aufgaben die Schule hat. Und sie berichtet, wie individuelle Förderung in der Praxis gelingen kann.
In der Folge geht es um wichtige Fragen:
Wie entsteht ein Lernort, an dem Kinder und Jugendliche wirklich gesehen werden? Wie gelingt Teilhabe im Schulalltag? Wie werden Schüler und Schülerinnen auf das Erwachsenwerden vorbereitet? Welche Wege gibt es zum Abschluss, in den Beruf und ins Leben?
Außerdem sprechen wir über Inklusion.
Wo stehen Vitus und die Helen-Keller-Schule heute? Was gelingt schon gut? Was muss noch besser werden? Wie sollte Schule in Zukunft aussehen? Und warum sind besondere Schulen wie die Helen-Keller-Schule auch heute noch wichtig?
Eine Folge über Schule, Stärken, Teilhabe und die Frage, wie Kinder und Jugendliche ihren eigenen Weg finden können.
Buchempfehlung von Birgit Isegrei: DER ZOPF
Transkript anzeigen
00:00:02:
00:00:11: Willkommen bei Rollstuhl und Rakete, dem inklusiven Podcast von Vitus aus Mappen.
00:00:18: Hier geht es um Menschen, um Möglichkeiten und Geschichten die zeigen.
00:00:22: Einschränkungen sind nicht das Ende von Wegen sondern oft der Anfang ganz eigener Lebenswege.
00:00:29: Mein Name ist Markus Stroh-Digmann und ich freue mich dass ihr eingeschaltet habt!
00:00:34: In der heutigen Folge nehmen wir euch mit in die Helen Keller Schule in Mappen.
00:00:39: Eine Schule, die Kinder und Jugendliche mit dem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf körperlich-motorische Entwicklung begleitet und dabei vor allem eines in den Mittelpunkt stellt – das Kind selbst!
00:00:54: Nicht die Einschränkung, nicht das Defizit, nicht dass was vielleicht schwerer fällt sondern die Persönlichkeiten, die Stärken, die Entwicklungsmöglichkeiten.
00:01:04: Was brauchen eigentlich diese Kinder, um lernen, wachsen und selbstbestimmt ihre Wege gehen zu können?
00:01:11: Heute wollen wir also genauer hinschauen.
00:01:13: Wie gelingt individuelle Förderung im Schulalltag?
00:01:16: wie entsteht vielleicht auch ein Lernort an dem Kinder mit Einschränkungen nicht mitlaufen sondern vielleicht auch gesehen werden?
00:01:23: und wie schafft es Schule eigentlich Perspektiven für den nächsten Lernschritt, also zum Beispiel einen Abschluss oder sogar dem Beruf und das Leben näher zu bringen.
00:01:33: Darüber spreche ich heute mit Birgit Isegrey der Schulleiterin der Helen Keller Schule in Mappen.
00:01:41: Und ich sage herzlich willkommen und schön dass du da bist bei Rollstuhl & Rakete!
00:01:49: Schön, dass du da bist.
00:01:50: und sofort die Anfangsfrage.
00:01:53: Wir sind jetzt im Monat Juni angekommen stehen also kurz vor den Sommerferien.
00:01:58: Da sind die Akkus vielleicht bei dir und auch den Kollegen-Kolleginnen wahrscheinlich nicht mehr über hundert Prozent.
00:02:05: Wie schaffst du es oder auch euer Team der Helen Keller Schule trotzdem noch mit Energie humor und leistungsbereitschaft?
00:02:11: Oder auch Leitungs Bereitschaft bei dir ja Bis zum letzten Schultag durchzuhalten.
00:02:17: Gibt's da ein Rezept, das du uns mal verraten kannst?
00:02:20: Nee also Rezept gibt es nicht.
00:02:23: mit viel Humor denke ich mal.
00:02:25: ansonsten ist es im Moment kaum zu schaffen weil wie gesagt kurz vor dem Schuljahresende die neuner haben morgen mündliche Prüfung haben die schriftlichen gerade hinter sich werden dann am neunzehnten entlassen.
00:02:39: nächste Woche sind wir alle nochmal auf Schulfahrt um mal richtig Kraft zu tanken.
00:02:44: Eine Woche Urlaub ist ja sehr schön.
00:02:47: Dann kommen auch schon fast die großen Ferien?
00:02:49: Dann kommen die großen und zwischendurch die kleinen, die dann alle neu in die Schule wollen.
00:02:54: Sag mal das Ende einer Schulzeit bedeutet dann immer wieder ein Stück weit Rückblick auf das was war aber auch Neustart Trubel vielleicht Vorfreude.
00:03:05: Wie erlebst du jetzt auch vielleicht aus Sicht einer Leitung, so eine Übergangszeit gerade an der Helen Keller Schule?
00:03:12: Also ich weiß ja wir beiden sind Kollegen im Leitungsteam.
00:03:14: Auch dass immer wieder durchaus die Frage da ist wer kommt überhaupt zu uns im neuen Schuljahr?
00:03:20: also es gibt sehr viele Unsicherheiten zum Jahresmitte.
00:03:25: Ist das etwas was zusätzlich stresst oder auch etwas was den Reiz an der Arbeit aus macht?
00:03:31: Im Moment ist es Stress pur, würde ich mal so behaupten.
00:03:34: Weil wir haben Juni und noch vier Wochen Schule.
00:03:38: Wir wissen nicht genau, welche Kinder kommen.
00:03:40: Wir haben schon fünfzehn Erstklässler, aber wir haben noch nicht alle Kinder angemeldet, die bei uns auf der Liste stehen mit Quereinsteigern.
00:03:51: Daran hängt Personal, Räumlichkeiten, Lehrerstunden ... Das ist heftig!
00:03:58: Also alles zusätzlich auch durchaus stresster.
00:04:01: Mehr Trubel als vielleicht die Vorfreude?
00:04:04: Ja, das ist so gemischt, ne?
00:04:06: Wir haben das jedes Jahr, wir kennen das und trotzdem gefühlt wird es jedes Jahr schlimmer, jedes Jahr später ... Und du weißt nicht, kannst du das nächste Schuljahr wirklich abdecken?
00:04:18: Jetzt interessiert mich natürlich die Frage was du dann in der Zwischenzeit machst denn du hast ja dann auch große Sommerferien.
00:04:22: Wo fährt eine Frau Isegreiter hin?
00:04:25: Ist das eher Badmengarten oder geht's da wirklich weg Und den Kopf frei kriegen, ganz woanders.
00:04:29: Also bis jetzt bin ich immer auch weggefahren.
00:04:32: Erste und letzte Woche Ferien bin ich in der Schule klar aber zwischendurch fahre ich sehr gerne ans Meer und wirklich irgendwie raus damit du mal ganz abschalten kannst nicht die Schule im Kopf hat.
00:04:46: mein Mann wird jetzt sagen das klappt sowieso nicht.
00:04:50: Ja, wie geht's?
00:04:51: Wir wollen dich ein bisschen näher kennenlernen in unserer ersten Rubrik.
00:04:54: Danke bis hierher!
00:04:55: Denn wir wollen natürlich auch für unsere Kollegen bei Vitos die Person vorstellen, die jetzt hier auch bei mir zu Gast ist.
00:05:03: Viele kennen dich aus ... ja, Vitos-Zeitungen vielleicht aus öffentlichen Veranstaltungen aber vielleicht kennt man noch gar nicht so viel von dir privat und da wollen wir erst mal ein bisschen hinschauen in der folgenden Rubrik Wenn du magst, dann interessiert mich.
00:05:23: Wie du aufgewachsen bist und wo du aufwachsen bist?
00:05:26: Bist du ein Emsländer Kind oder wo kommst du her?
00:05:29: Vielleicht machst du mal so ein bisschen Schildern.
00:05:31: wie war deine Kindheit?
00:05:32: Ähm ... Geschwister, Eltern bist du im Kindergarten groß geworden, Schule so.
00:05:38: Also dieser klassische Werdegang vielleicht magst du uns mitnehmen.
00:05:42: Ja, gebürtig komme ich aus Nordhorn.
00:05:45: Ah
00:05:45: ja, Grafschafterin!
00:05:46: Grafscharfterin
00:05:48: brennpunkt blanke.
00:05:52: Im Kindergarten war ich nie dazu, hätte ich auch ehrlich gesagt keine Zeit gehabt.
00:05:56: Ja?
00:05:57: Weil ...
00:05:58: weil man steht auf und ist draußen oder?
00:06:00: Und spielt auf der Straße.
00:06:03: Kindergaten stand irgendwie gar nicht an.
00:06:07: Wir waren eine sehr kleine übersichtliche Familie.
00:06:09: Ich hatte einen älteren Bruder, der auch behindert war.
00:06:13: Okay!
00:06:14: Dadurch habe ich natürlich sehr früh Kontakte bekommen zu Einrichtungen anderen winderten Menschen Und alles so, was da dran hängt.
00:06:23: Darf ich fragen, war das nachher auch eine Entscheidung mit diesen Berufsweg einzuschlagen?
00:06:27: Dass du einen Bruder hatte, der in der Behinderung hatte?
00:06:33: Zu dem Zeitpunkt glaube ich gar nicht bewusst, aber im Nachhinein denke ich ... Ja
00:06:37: klar.
00:06:39: Dann bist du aber wenn du keinen Kindergarten hinter dich gebracht hast, mit Sicherheit zur Schule gegangen oder?
00:06:45: In Nordhorn
00:06:46: auch?
00:06:48: Ich komme aus einer Arbeiterfamilie.
00:06:50: Mein Papa hat damals bei Povl gearbeitet.
00:06:53: Das ist was?
00:06:54: Textilindustrie ... Ah ja,
00:06:55: das war stark in Nordhorn und Umgebung.
00:06:57: Genau!
00:07:00: Bin dann zum Gymnasium.
00:07:02: Fand es in den ersten Jahren sehr anstrengend.
00:07:06: Weil man schon gemerkt hat, man kommt aus der falschen Schicht... haben Mitschüler einen deutlich merken lassen?
00:07:16: Wie hat sich das gezeigt, so kannst du das noch
00:07:18: ... Du wurdest ausgegrenzt.
00:07:21: Ehrlich?
00:07:21: Ja.
00:07:22: Okay.
00:07:23: Weil ihr vielleicht andere Sachen auch anhattet oder weil sie wussten, dass dein Vater klassische Arbeiter war und eben nicht Zahnarzt-, Architekt- oder Doktor...
00:07:31: Genau!
00:07:34: Das war natürlich nicht bei allen so klar und es wurde auch im Laufe der Zeit besser, aber die ersten zwei Jahre waren ziemlich hart.
00:07:42: Da sagte meine Mutter immer noch da wolltest du dann wieder weg?
00:07:49: Und dann hast du deinen Abschluss gemacht und hast danach der Schule was gemacht?
00:07:55: Erst mal habe ich keinen Studienplatz bekommen.
00:07:57: Was wolltest Du werden?
00:07:58: Ich muss mal früher anfangen.
00:08:00: Während der Schulzeit hab ich mich immer schon beworben für Sachen wie Krankengymnastik, Hebamme.
00:08:07: Gab's in Nordhorn überall nicht und dann hieß es nee.
00:08:11: Wenn man Abitur macht, geht man sowieso studieren.
00:08:13: dafür geben wir die Plätze nicht her.
00:08:16: Sport war eine große Leidenschaft von mir.
00:08:19: Irgendwann klar, ich möchte gerne Sportstudien und Sonderpädagogik.
00:08:23: Da war auch damals schon ein NC drauf ... Eine andere Leidenschaft war eigentlich immer die Medizin.
00:08:31: Das wollte ich dann aber nicht dafür ... Doch, ich wollte es schon, aber ich glaube, ich war nicht selbstbewusst genau.
00:08:37: Ich
00:08:38: hab immer gedacht so ...
00:08:40: So und jetzt hast du keinen Platz bekommen?
00:08:42: Was hast du da gemacht also?
00:08:44: Dann habe ich erst mal ein bisschen gejobbt.
00:08:46: Ich war in einem Labor um doch mal in den medizinischen Bereich reinzuschnuppern.
00:08:51: Hab dann im Nachrückverfahren aber einen Studienplatz bekommen in Dortmund.
00:08:55: Bis in Pott gegangen, richtig.
00:08:57: In Pott
00:08:57: und das war total klasse!
00:08:59: Ja?
00:09:01: Darf ich die Frage stellen?
00:09:02: Viele Leute sagen dass Dortmund unheimlich hässlich ist.
00:09:05: Teilst du diese Ansicht oder sagst so stimmt allig gar nicht?
00:09:08: Wenn man da lebt ist das glaube ich anders.
00:09:11: Bei der ersten Autofahrt dadurch habe ich auch gedacht naja haste dir vielleicht anders vorgestellt.
00:09:17: wenn man aber lebt im Studentenfittel irgendwo dann ist das ein Traum.
00:09:21: Mhm, glaub ich sofort.
00:09:22: Und im Vergleich zu Grafschaft zu den Zeiten war da damals in Dortmund.
00:09:28: richtig was los?
00:09:29: Ja klar und hast du heute noch Kontakte dahin oder kontakte zu deinen ehemaligen Studienkollegen oder auch in die Stadt?
00:09:35: irgendwie noch?
00:09:36: In die Stadt eigentlich nicht mehr weil von meinen ehemalingen Kollegen da keiner mehr ist.
00:09:43: aber zu Studiankollegen ja klar
00:09:46: Dann hast Du dein Studium absolviert.
00:09:47: Was genau hast Du studiert?
00:09:49: Sonnerpädagogik mit den Fachrichtungen geistiger Entwicklung und körperlich motorisch.
00:09:56: Und Fachsport, danach bin ich ins Referenderjahr gegangen nach Aarolsen.
00:10:03: Wo ist das?
00:10:04: Das ist in Hessen, so vierzig Kilometer vor Kassel ungefähr.
00:10:08: Ins Barthildesheim auch eine private Förderschule.
00:10:13: Da hab' ich mein Referendajahr gemacht und habe noch ein paar Jahre privat da gearbeitet.
00:10:18: Bin dann aber aus familiären Gründen, wollte ich ein bisschen dicht daran.
00:10:23: Hab eine Stelle in Estherwegen bekommen ... War mit zehn Stunden in Estherwagen in der Lärmbehindertenschule und bin mit meinen anderen Stunden über Land gefahren.
00:10:34: Ich war der mobile Dienst für körperbehinderte Kinder.
00:10:38: Emsland und Kraftschaft.
00:10:40: Und dann bist du wirklich in die Häuser gekommen und hast dort eben mit Körperbehinderten Menschen unterrichtet?
00:10:46: Wie so ein Landarzt, bist du praktisch von Dorf?
00:10:49: Von Hof zu Hof und hast ...
00:10:50: So ähnlich.
00:10:51: Also man hat natürlich Elterngespräche geführt Zuhause oder auch in der Schule Und in den Schulen war das schon eine interessante Erfahrung.
00:11:04: Es gab so ein paar Kollegen, die fanden es klasse, dass jemand kommt und brauchten einfach nur eine Beratung oder Arbeitsplatzausstattung solcher Geschichten oder mal eine Info über die vorliegende Behinderung.
00:11:16: Es gibt aber auch etliche Kollegen, haben mir das Kind vor die Klassentür gestellt Wenn er gehalten ist, können sie wieder reinkommen.
00:11:28: Nein, gibt's ja nicht!
00:11:30: Mit in die Klasse durfte ich auf gar keinen Fall.
00:11:33: Und wie kam nachher dieser Switch oder dieser Sprung zu Vitos?
00:11:38: Ich war ja im mobilen Dienst und hatte Kontakt zum heilpädagogischen Kindergarten und zu ihm gerade Uralik.
00:11:45: Der Kontakt hat sich intensiviert und wir haben dann auch zwei Schüler ... Regelgrundschule quasi bekommen vom heilpädagogischen Kindergarten aus.
00:11:56: Die hatte ich dann auch noch eine Weile in der Betreuung und ich kriegte irgendwann mal einen Anruf, ob ich denn nicht einmal in so ne Sitzung kommen möchte.
00:12:06: Leitwunsteam vorstatt sind irgendwie sowas.
00:12:09: So, dann durfte ich mal meinen Werdegang so ein bisschen erzählen was ich denn so mache und überhaupt... Und dann kam irgendwie die Frage, ob ich mir denn auch vorstellen könnte mal wieder eine eigene Klasse zu haben.
00:12:19: Das war eigentlich genau meins.
00:12:22: Also so eine eigene klasse mit seinen eigenen Kindern das war so mein großer Traum und das hat man ja wenn man im mobilen Dienst ist überhaupt nicht muss sich überall rechtfertigen weil deine eigenen Kollegen womöglich auch meinen jetzt fährt sie wieder Kaffee trinken?
00:12:39: Ja, ja.
00:12:40: Das war eine interessante Zeit.
00:12:41: Auf alle Fälle kam dann diese Frage und ich dachte, klar!
00:12:45: Sofort?
00:12:46: Gut.
00:12:47: Wo denn?
00:12:49: Sie würden vielleicht überlegen, ne Schule zu gründen.
00:12:53: Da hab' ich dabei, klar sofort.
00:12:57: Und wie lange ist die Schule gegründet worden?
00:12:59: Wann ist sie gegrundet
00:13:00: worden?!
00:13:00: Sechsundneinzig sind wir gestartet.
00:13:04: Vorher waren das immer schon so... Man musste sowas ja auch erst mal durchbekommen.
00:13:09: Die Idee dahinter waren natürlich auch Eltern, weil ich sage mal körperbehinderte Kinder die zu der Zeit das ist ja nun ewig her und zur Schule gibt es jetzt dreißig Jahre, die zu dieser Zeit nicht in die Regelschule gehen konnten, die hätten dann als alternative Dingklage gehabt.
00:13:28: Und
00:13:29: den Klage von hier aus war immer nur mit Internat möglich.
00:13:32: Weltreise,
00:13:33: genau!
00:13:33: Und
00:13:33: wer möchte sein Kind in einer ersten Klasse schon ins Internat schicken?
00:13:37: Und dann seid ihr gestartet tatsächlich auch erst mal mit einer Klasse.
00:13:40: und wie viele Schüler?
00:13:41: Eine Klasse, sieben Schüler...
00:13:43: Ach weniglich!
00:13:44: War ganz toll.
00:13:45: Wir waren untergebracht in der Johannes Gutenberg-Schule, in der Grundschule weil ein Gebäude gab es ja noch nicht.
00:13:52: Da waren wir zwei Jahre.
00:13:54: Und im Dritten sind wir dann tatsächlich umgezogen, da gab es den ersten Bauabschnitt der Schule damals noch mit der Prognose.
00:14:02: Sie werden sehen diese Schule wird nie voll werden.
00:14:05: Zwei-tausend vier hatten wir schon den Anbau stehen
00:14:09: und in den letzten Jahren auch stetig mehr
00:14:10: und nachher noch den dritten genau.
00:14:13: Du hast auch zur Gründung der Schule praktisch deinen alten Arbeitsplatz dann diese mobile Arbeit eingestellt und bist dann eben komplett hier nach Mäppen gekommen.
00:14:21: Hast dein Wohnsitz auch in der Mäppe verliegt?
00:14:22: Ja.
00:14:23: Ah, okay!
00:14:24: Da wollte ich noch mal drauf eingehen weil du sagst Grafschafterin wird man Emsländerin irgendwann oder bleibt man im Herzen immer ein Stück Grafschaft darin?
00:14:32: also Ich bin ja gerade in der Situation dass sich wieder nach Nordhorn zurückziehen könnte würde es aber nicht tun.
00:14:38: Also ich bin jetzt hier angekommen
00:14:41: Aber trotzdem gibt es noch Verbindungen.
00:14:43: Ja, natürlich!
00:14:46: Wir sprechen gleich nochmal weiter intensiv über die Helen Keller Schule und über das auch was ihr macht.
00:14:51: Wie würde nochmal so interessieren?
00:14:53: Birgit du hast ja bisher durchaus dann bisschen durch die Welt gekommen also zumindest in Deutschland unterwegs gewesen Frage ich meine Gäste immer, was würden eigentlich deine Freundinnen oder Freunde?
00:15:03: Oder auch vielleicht deinen Bruder oder deine Eltern.
00:15:07: Was würden die über dich sagen heute wenn man die Fragen würde, welche drei Eigenschaften dich so ausmachen?
00:15:13: Ich weiß wir sitzen immer in Vorstellungsgesprächen.
00:15:16: jetzt kriegst du die Frage mal wo würdest du sagen was macht dich aus als Mensch?
00:15:21: also viele würden wahrscheinlich sagen Deine Gelassenheit hätte ich auch gerne Mal
00:15:27: Ich kann die bestätigen.
00:15:29: Genau, okay?
00:15:31: Ich bin eigentlich eine Nachtäule.
00:15:33: Ah, okay!
00:15:34: Also ich arbeite jetzt schon vierzig Jahre im Schuldienst aber... ...ich habe Gott sei Dank immer noch nicht diese Zeit morgens mit Wecker und auch in den Ferien oder am Wochenende wenn man mich lässt schlafe ich also
00:15:49: lieben gerne.
00:15:50: Gerne lange aus bis elf zwölf kein Problem
00:15:55: Man muss nicht alles beantworten, das sind zwei sehr positive Eigenschaften.
00:16:00: Ich esse unheimlich gerne!
00:16:03: Schön wenn du dann auch noch so aussiehst wie du aussiehst und nicht wie ich.
00:16:06: Das ist ein großer Vorteil.
00:16:10: Sag mal was für eine Rolle spielen bei oder in deinem Leben Freunde und Familie?
00:16:15: Ist das ein wichtiger Teil für dich oder bist du eher so ne Einzige herinnen?
00:16:18: Also ohne meine Familie hätte ich das alles überhaupt gar nicht geschafft.
00:16:23: Sowohl... Meine Ursprungsfamilie, meine Eltern leben jetzt alle nicht mehr.
00:16:29: Aber haben mich immer unterstützt auch wenn sie sich was anderes gewünscht hätten.
00:16:35: Meine Mutter zum Beispiel hätte mich so liebend gerne in der Bank untergebracht.
00:16:40: So schöne Arbeit im Kostümchen.
00:16:45: Da bin ich nun mal leider überhaupt nicht und das würde ich auch glaube ich nie werden.
00:16:52: Ja, ist ja Teil unseres Jobs.
00:16:54: Aber eigentlich bin ich nicht so der schreibtisch Mensch.
00:16:58: Sag mal wir haben am Anfang schon gehört immer viel los bei euch, immer viel Wechsel, immer alles unter Spannung auf.
00:17:06: was gibt dir im Alltag die Energie das alles durchzustehen?
00:17:10: Wo holst du dir Kraft für das was an Aufgaben vor dir liegt?
00:17:14: Du schläfst sehr gerne lange ist ja wichtig für den Körper, auch sich zu regenerieren.
00:17:18: Gibt es sonst was, was du so für dich tust?
00:17:20: Um da irgendwie immer ein gutes Level zu haben?
00:17:23: Ich gehe jeden Abend spazieren.
00:17:26: Man gibt ja immer diese tollen Uhren ... Die
00:17:28: einem sagen, du musst noch auf fünf Tausend Schritte!
00:17:30: Genau das mache ich dann.
00:17:31: Ähm...
00:17:33: Guckst du da auch nach?
00:17:34: Also das kann einen ja auch richtig Kiere machen wenn man danach lebt.
00:17:38: weil er oft so ist, kenne ich auch bei mir.
00:17:40: Da komme ich nicht auf meine Zehntausendschritte.
00:17:42: Nein
00:17:43: Es ärgert mich einfach nur.
00:17:46: Ich mache auch Yoga, aber viel zu wenig.
00:17:49: Aber wenn ich dann da sitze und bin gerade total verknotet in irgendeiner Übung ... Und die Uhr sagt, du sitzt schon zu lange?
00:17:57: Genau!
00:17:57: Stehen Sie mal wieder auf.
00:17:58: Genau, kenne ich mich heute auch gerade noch eine Nachricht gekriegt.
00:18:01: Bewegen sie sich mal wieder.
00:18:04: Ah ja okay... Also ich bewege mich gerne, bin gerne draußen.
00:18:08: Liest du Bücher bist so wo kannst du gut abschalten?
00:18:11: Am besten kann ich das am Meer.
00:18:14: Gibt es für dich Orte im Emsland oder in der Grafschaft, die für dich besonders sind?
00:18:18: Wo du vielleicht auch Ruhe findest.
00:18:20: Oder wo du gerne mal hinfährst, weil's irgendwie für dich einen Wert hat?
00:18:24: Das ist nicht unbedingt jetzt so ein Ort aber ich liebe zum Beispiel Fahrrad zu fahren und dann auch gerne Kilometer lang am Kanal lang oder an irgendein See oder sowas.
00:18:36: Wenn du mal an deine Kinder zurückdenkst, gibt es da einen Bezogen auf Essensgerichte?
00:18:41: Etwas, an das du dich gerne erinnerst.
00:18:44: Ich hab das so ... dass ich bestimmte Gerichte, die gab's bei meiner Oma und da würd ich für sterben, wenn sie heute noch geben könnte oder bestimmte Dinge, die auch meine Mutter manchmal macht.
00:18:55: Gibt's da was, wo du dich in deiner Kindheit dran erinnern hast?
00:18:59: Kleine Klöse!
00:19:01: Sauerkraut mit ... ähm ... Mit Bauchfleisch.
00:19:05: Ah, okay!
00:19:06: Ja?
00:19:07: Stimmt so viel.
00:19:08: Sehr gut.
00:19:09: Schön.
00:19:11: Gibt es so Erlebnisse oder Momente die dich in deinem Leben besonders geprägt haben dass du vielleicht jetzt auch da bist wo du bist?
00:19:20: also gibt es Sachen wo du sagst Mensch Deswegen hab ich auch den Wunsch gehabt, Lehrer zu werden oder anderen Leuten zu helfen.
00:19:26: Ich hatte ja schon mal gefragt hat das vielleicht mit deinem Bruder zu tun?
00:19:29: Gab's so andere Momente wo du gesagt hast ne das ist mir schon wichtig dass ich einen Beruf mache wo ich viel auch mit wo ich was geben
00:19:35: kann
00:19:35: wo ich vielleicht auch so ein bisschen Leute begleiten kann gibt es so momente wo Du sagst wenn ich mal zurück gucke auf mein Leben hat das mich schon geprägt
00:19:47: zum teilen haben die tatsächlich auch mit meinem bruder zu tagen.
00:19:50: ich fand schon als Kind, wenn ich mit ihm Morolli irgendwie durch die Nachbarschaft bin.
00:19:56: Ich fand es total ätzend, wenn Leute so gestarrt
00:19:59: haben.".
00:20:00: Also das hat mich damals schon
00:20:02: getrickert gemacht
00:20:03: ja.
00:20:04: Konnte ich noch nie gut haben.
00:20:06: Ich war dann häufig ... Der war damals in der Tagesbildungsstätte in Nordhorn.
00:20:10: Da war ich oft mit und hab gemerkt, dass macht mir Spaß.
00:20:14: Ich habe auch die Ruhe danebenzusitzen und zu machen oder über den eigenen Sport halt auch.
00:20:20: Machst du heute noch viel Sport?
00:20:21: Also, du gehst viel.
00:20:22: Aber bist du auch heute noch Sportfanatikerin?
00:20:24: Guckst du vielleicht gerne Sport und werden ja was
00:20:27: ... Vor zwanzig Jahren zu mich fragen können, hätte ich immer gesagt, ein Leben ohne Sport ist für mich undenkbar!
00:20:37: Das ist jetzt sehr übersichtlich.
00:20:39: Ähm... Ich hab früher mal Volleyball gespielt und so was.
00:20:42: Das geht knochentechnisch gar nicht mehr gut, das habe ich dann eingestellt ... Und jetzt mach' ich wirklich schon... Es geht schon ein bisschen senioren Sportstechnisch, ne?
00:20:52: Ja!
00:20:53: Aber gut dass man immer noch etwas für dich tut.
00:20:57: Man könnte immer mehr machen.
00:20:58: Ich habs auch immer vor die Muckibude aber irgendwie führt der Weg ganz oft dran vorbei.
00:21:07: Vielen Dank Birgit, bis hierhin für die kleinen Einblicke in dein Leben.
00:21:11: Wir wollen das Ganze ein bisschen verfeinern mit einem kleinen Spiel und zwar mit folgendem... Genau ich sage dir zwei Begriffe und du musst dich entscheiden zwischen oder für einen Begriff und mir vielleicht auch sagen warum du dich dafür entscheidest?
00:21:28: Und wir fangen mal an mit der Frage wo stehst du mehr drauf?
00:21:32: auf Musik oder Filme?
00:21:34: Musik.
00:21:35: Hast du eine besondere Vorliebe?
00:21:36: Gibt's irgendwie, dass du sagst Schlager, Rockmusik oder ist es eigentlich egal?
00:21:41: Ich liebe jetzt tatsächlich so die alten Sachen.
00:21:45: Jetzt kommt ja demnächst die Purple da muss man ja hin aber so in die Richtung... Ah cool!
00:21:53: Bist Du eher ein Typ für die Stadt oder fürs Land?
00:21:56: Fürs land?
00:21:57: Ja weil
00:21:59: Ich mag das nicht so eng.
00:22:00: Ich hab ja in Dortmund studiert, das war zu der Zeit klasse.
00:22:05: Da konnte ich auch dieses Leben und dieses Drumherum gut genießen ... Aber jetzt fahr' ich gerne mal ein Wochenende irgendwo in die Großstadt, aber dann reicht's mir völlig.
00:22:17: Dann muss ich wieder nach Hause!
00:22:19: Und dann zieht das Land?
00:22:20: Ja, also ...
00:22:23: Was ist besser, Geburtstag oder Weihnachten?
00:22:27: Boah... Oder beides nicht so wirklich?
00:22:29: Geburtstag anderer Leute, finde ich toll.
00:22:32: Dein eigene
00:22:32: nicht?!
00:22:34: Nee, hab' ich ehrlich gesagt noch nie so viel Wert drauf gelegt
00:22:37: Weil du dann zu sehr ermittelpunkt stehst und das nicht magst oder einfach generell sagst
00:22:41: Vielleicht
00:22:42: Ja okay Also
00:22:43: so... Ich freiere eigentlich ganz gerne Aber ich kann das auch ohne Anlass sagen.
00:22:50: wir mal
00:22:50: Sehr schön Wir leben in einer sehr digitalen Welt.
00:22:55: und da ist die Frage jetzt Telefongespräch oder WhatsApp-Nachricht.
00:23:00: Eigentlich lieber Telefongespräch, aber aus Zeitgründen auch manchmal nur eine WhatsApp.
00:23:04: Ah ja okay das heißt du bist mit beim Zuhause genau?
00:23:08: Bist du eher ein Herz oder ein Kopfmensch?
00:23:11: Eher mal so aus dem Bauch raus!
00:23:12: Ja, das hätte ich mir jetzt auch gedacht, genau.
00:23:17: Bist Du eine Optimistin oder eine Pessimistin?
00:23:20: Ne, ich denke eigentlich eher mal positiv.
00:23:23: Das ist ja gut, das freut mich.
00:23:25: Wie sieht's bei dir aus?
00:23:26: Intelligenz oder Humor?
00:23:29: Ich komm hier mit Fragen!
00:23:31: Man kann auch sagen intelligenter Humor.
00:23:33: vielleicht lassen wir die Mitte gelten.
00:23:35: Das hört sich gut an.
00:23:37: Möcht mich da lieber mal nicht festlegen.
00:23:42: Liebst du Frühstück- oder Abendessen oder beides?
00:23:45: Beides.
00:23:46: Frühstückt allerdings nur am Wochenende in der Woche gar nicht Und Abendessen gibt's bei uns dann immer warm.
00:23:54: Lekker!
00:23:54: Wo bist du eher, wie kann man dich eher fangen?
00:23:57: Mit Schokolade oder mit Chips?
00:23:59: Chips.
00:24:00: Jetzt kam er ja sehr klar aus der Pistole geschossen.
00:24:02: also der Schokolad ist für dich kein Thema nicht so sehr.
00:24:06: Essig wohl mal.
00:24:07: aber ja habe ich auch was Salziges.
00:24:10: Kleider oder Jeans?
00:24:12: Jeans ganz klar Kochen oder bestellen
00:24:16: Beides nicht.
00:24:17: Oder wenn dann Ich bin in der vorzüglichen Lage, mein Mann kocht gerne.
00:24:24: Schön!
00:24:25: Und ich darf mir was wünschen und dann gibt's
00:24:27: das.
00:24:29: Dann die Frage Reisen oder Balkon?
00:24:32: Oder Garten?
00:24:33: Mit Zeit gerne reisen, ansonsten auch gerne garten.
00:24:36: Sehr schön.
00:24:38: Ich geh jetzt mal so ein bisschen in deine Fachrichtung und da hab' ich die Frage aktiver Unterricht oder eher die Pflichten der Schulleitung am Schreibtisch?
00:24:46: Ich gehe immer noch gerne in den Unterricht Aber da bleibt nicht viel Zeit für über.
00:24:52: Das heißt, die Pflichten rufen dann auch?
00:24:54: Ja!
00:24:55: Und das machst du aber beides gerne.
00:24:56: oder sagst schon wenn ich eine Wahl hätte eher Unterricht?
00:25:00: Zumindest auch mehr Unterricht.
00:25:01: Mehr Kontakt zu den Leuten.
00:25:02: Also das andere ist ja nicht so dass das jetzt sogar keinen Spaß macht.
00:25:07: Da gibt es auch viele interessante Sachen dabei.
00:25:10: Aber es gibt auch die anderen.
00:25:12: Individuelle Förderung oder doch eher gemeinsames Lernen?
00:25:16: Geht nur ein breites.
00:25:17: Ja auch gut Montagmorgen oder Freitagen am Mittag?
00:25:23: Meistens Freitag nach Mittag.
00:25:26: Sehr gut!
00:25:27: Und die Frage Klassenraum- oder Pausenhof?
00:25:31: Sabi, wo hast du denn die Fragen
00:25:33: her?
00:25:33: Ich mach mehr Gedanken vorher und das ist ja durchaus so.
00:25:36: Man muss dann doch noch mal überlegen.
00:25:39: Also Klassenraum ist natürlich viel geordneter.
00:25:42: Brauchst du Ordnung in deinem Leben, brauchst du Struktur oder bist du eher ein Genie, dass das Chaos beherrscht?
00:25:47: Ich
00:25:47: brauche Struktur.
00:25:48: Ich beherrsche sie aber nicht!
00:25:51: Okay... Wir geht.
00:25:53: vielen Dank, dass du das mitgemacht hast und wir würden jetzt in der nächsten Rubrik ein bisschen ans Eingemachte kommen und zwar über eure Helen Keller Schule möchte ich mit dir reden in der nachfolgenden Rubrik
00:26:06: Nachgefragt.
00:26:09: Genau, ich habe es ja schon angekündigt Du bist Leitung der Helen Keller Schule, eine Schule die sich im Grunde genommen um körperbehinderte Menschen oder mit Einschränkungen eben kümmert.
00:26:21: Ich hätte sofort zu Anfang mal einmal die Frage warum heißt ihr eigentlich Helen Keller-Schule?
00:26:26: Hat das einen besonderen Grund?
00:26:28: und wer war denn eigentlich Helen Keller?
00:26:29: kannst du so grob beschreiben?
00:26:31: Also Helen Keller... Ist eine Amerikanerin, wurde ohne Beeinträchtigung geboren und ist dann durch eine Krankheit erblindet.
00:26:42: Und war auch gehörlos zu einer Zeit, ein hundert Keks die dann gefördert wurden durch eine Erzieherin und hinterher Vorträge gehalten hat wie hier geschrieben hat und sich halt auch sehr für behinderte Menschen eingesetzt
00:26:58: hat.
00:26:59: Das war der Grund irgendwann noch zu sagen wir nennen uns so
00:27:02: Ja, wir waren irgendwann auf der Suche nach einem Schulnamen und ein Tipp dazu kam von Elisabeth Wittenbrink.
00:27:09: Ah die ehemalige Leitung der Tagesbildungsstätte bei Vitos?
00:27:13: Genau!
00:27:15: Du hast es gesagt euch gibt's jetzt mittlerweile dreißig Jahre.
00:27:18: vielleicht können wir das ganze mal so bisschen an einem Fall an einem Kind vielleicht festmachen.
00:27:25: kannst du mir mal erklären wie genau wird eigentlich der Förderbedarf für eure Schule festgestellt, wann und wie genau geht's dann los?
00:27:33: Vielleicht nehmen wir jetzt mal ein Kind.
00:27:35: Dass nicht unbedingt ja klassisch in einer Grundschule sein muss sondern es ist ja.
00:27:39: irgendwann gibt es eine Feststellung nach dem Kindergarten.
00:27:42: was ist als nächste Schulform dran?
00:27:44: richtig Ja Was passiert da
00:27:46: also wenn das kind noch nicht eingeschult ist?
00:27:49: Dann würde quasi ein Gespräch laufen mit den Eltern vom Kindergaten her.
00:27:54: oder die Eltern wissen dass selber oder Ärzte dass man sagt so Ob das so einfach in der Schule mitlaufen kann, weiß man nicht.
00:28:02: Das müsste man vielleicht mal überprüfen.
00:28:05: In der Regel haben die Kinder schon irgendwelche Diagnosen oder schon Spezialkindergarten ... Da sind ja eigentlich immer mehrere Leute im Vorfeld aktiv.
00:28:15: Ich frag ganz dumm, weil ich das auch nicht wirklich weiß.
00:28:19: Ich hab jetzt ein Kind, das hat ... Kann nicht laufen ist an einen Rollstuhl gebunden sonst aber eventuell geistig.
00:28:25: so entwickelt sich normal.
00:28:27: Das ist nicht unbedingt ein Fall, der zu euch kommt.
00:28:30: Sondern es braucht schon gewisse Items dafür auf.
00:28:33: Es
00:28:33: würde für beide Kinder durch die Grundschule im Prinzip heutzutage zuständig mit einem Förderschullehrer, die würden einen Gutachten schreiben und gucken, was bringt dieses Kind für Schule mit?
00:28:49: Und wo würde er Hilfe benötigen um am normalen Unterricht teilnehmen zu können?
00:28:57: Dann müsste man gucken, wenn du saß Rollstuhlfahrer.
00:29:01: Wie sind die baulichen Voraussetzungen?
00:29:03: Kann man da noch was umsetzen, dass das frischgerecht passieren kann?
00:29:07: Wie groß ist die Klasse vielleicht auch?
00:29:10: Welche Kollegen sind vor Ort und was wäre da machbar?
00:29:14: Ein körperbehindertes Kind würde auch Anspruch haben auf zum Beispiel drei Stunden ... zusätzlich durch einen Förderschullehrer, wenn da oder vielleicht auch durch einen anderen Lehrer in der Schule.
00:29:28: Von daher ist das Gutachten auch nie weg, wenn man das schreibt.
00:29:31: Weil ich sag mal ... Wenn das Gutachten hinterher fertig ist und von der Behörde der Unterstützungsbedarf tatsächlich festgestellt wurde, dass es ja heutzutage keine Schulzuweisung mehr, ne?
00:29:43: Ah okay!
00:29:44: Es wird nur der Bedarf festgestellt Und dann können die Eltern immer noch frei entscheiden in welche Schule gehe ich damit?
00:29:52: Gehe ich da mit in die Grundschule oder wenn vorhanden in die passende Förderschule?
00:29:57: Das ist die Entscheidung der Eltern.
00:30:01: Wenn das Kind in die Regelschule geht, muss sie gucken, wie setzen Sie das um?
00:30:05: Es gibt in Deutschland unterschiedliche Sonderstuhl-Stativ.
00:30:10: Kannst du dir noch mal beschreiben ... Also dieses GE und diese Abkürzel kannst du dir benennen?
00:30:17: GE ist geistige Entwicklung KME körperlich motorische Entwicklung, das sind wir.
00:30:24: Dann gibts Hören Sprache Lernen.
00:30:29: Sozialemotional, ESE, bin ich nur einvergessen?
00:30:32: Ihr seid aber eine reine Schule die eben die KME praktisch bedient.
00:30:37: Auch nicht mehr.
00:30:39: Alles durcheinander!
00:30:41: Nein natürlich nicht.
00:30:41: das ist bei uns alles sehr wohl strukturiert.
00:30:44: also bei uns haben alle Kinder einen Unterstützungsbedarf im Bereich KME Also eine körperlich
00:30:51: motorische.
00:30:52: da liegt irgendwo was vor unterschiedlichen Formen und Abstufungen.
00:30:58: Es kann aber auch sein, dass die Kinder noch einen zusätzlichen oder mehrere zusätzliche Unterstützungsbedarfe haben.
00:31:07: Kann sein Sehen hören Sprache ESE lernen.
00:31:14: der einzige Unterstützung bedarf ist GE.
00:31:16: da dürfen wir die Kinder nicht aufnehmen
00:31:20: landen aktuell, glaube ich dann in der Tagesbildungstätte
00:31:23: oder im Regelbereich.
00:31:24: Und da gibt es ja gerade parallel eben auch ein großes Bemühen der Landesregierung das eventuell auch umzustellen auf so einer Regel- oder Sonderschule dann praktisch zu auszugestalten.
00:31:34: bei uns zumindest bei Vitos.
00:31:36: Du hast gerade gesagt, es wird ein Gutachten geschrieben.
00:31:39: Das Gutachten ist dann Grundlage für Eltern zu entscheiden da oder da gehe ich hin.
00:31:43: Ihr bietet welche Klasse bietet ihr an tatsächlich von eins bis zehn oder bis neun?
00:31:50: Und die Kinder können wir uns den Hauptschulabschluss oder den Abschluss der Förderschule lernen machen.
00:31:55: Realschulen können Sie nicht machen!
00:31:57: Nee, war ganz früher mal so mitangedacht.
00:32:01: Aber dafür haben wir überhaupt keine Kinder und ... Wir haben eh gemischte Klassen.
00:32:06: also wir haben, ich sag jetzt mal Hauptschüler und Förderschüler in einer Klasse.
00:32:10: Wir nehmen die Klassen so auf wie die Jahrgangsweise kommen.
00:32:14: Und wenn wir dann ein Realschulkinder drin haben vielleicht auch in einer reinen Förderschutzklasse das kriegen wir nicht mehr differenziert.
00:32:27: Wie groß sind eure Klassen?
00:32:28: Haben sie eine andere Größe als zum Beispiel Regelklassen.
00:32:32: Ja, wir haben acht bis zehn Kinder in einer Klasse.
00:32:35: Das
00:32:35: ist ja sehr schön!
00:32:37: Und natürlich personell auch anders versorgt als die Regelschule.
00:32:40: also Wir haben immer einen Lehrer da drin und einen pädagogischen Mitarbeiter.
00:32:45: das sind entweder High-Lerziehungspfleger Erzieher oder Heilpädagogen.
00:32:49: Du hast ja Sonderschulpädagogik studiert.
00:32:53: Das sind dann die Lehrer.
00:32:54: oder kommen auch Lehrer klassisch von den Hochschulen, die aus den Regelbereichen kommen zu euch?
00:32:59: Oder braucht es diese Sonderschulzusatzausbildung.
00:33:03: Also wir haben etliche Förderschullehrer mit unterschiedlichen Fachrichtungen.
00:33:08: Wir haben aber auch tatsächlich Grund- und Hauptschullehrerin, Realschullehre eine Gymnasiallehrerin.
00:33:19: die würden auch alle nicht wieder in ihren Regelbereich zurückwechseln.
00:33:24: Die sind bei uns richtig gut angekommen, und das ist auch ... Für uns ist es positiv, so die unterschiedlichen Richtungen zu haben.
00:33:33: Ja.
00:33:34: Sag mal, kannst du aufmalen wie ein normaler Schulalltag aussieht?
00:33:38: Also, die Kinder kommen morgens mit dem Fahrdienst zu euch.
00:33:42: Müssen sie den öffentlichen Nahverkehr nutzen?
00:33:44: oder ist das immer so, dass Sie dann an der Körperbehinderung einen Fahrdienst erhalten, der vom Vitus gestellt wird und so extra Dienste sind.
00:33:54: Also wir haben ein Fahrdienst, der läuft aber nicht über Vitus.
00:34:00: Der läuft entweder über die emsländische Eisenbahn für die emsländischen Kinder oder über die Grafschaft der Verkehrsbetriebe weil wir denken ja auch die ganze Grafschaft
00:34:10: an.
00:34:11: Das heißt wir haben eine ziemlich großes Einzugsgebiet?
00:34:15: Wie viele Kinder seid ihr aktuell?
00:34:18: Und wie sieht das in den nächsten Jahren aus?
00:34:20: steigend eher der Bedarf?
00:34:23: Kann man überhaupt nicht sagen, weil im letzten Jahr oder jetzt haben wir auch hundertundzwanzig.
00:34:29: Im nächsten Schuljahr stand heute hundertdreißig.
00:34:34: Aber
00:34:34: kann sich immer auch ändern.
00:34:35: Wir wissen auch nicht ob wir schon alle Kinder haben die angemeldet werden sollen.
00:34:40: Dann liegt es immer dran ist der Jahrgang einzügig zweizügig dreizügige?
00:34:44: wenn du drei Klassen abgibst Dann ist wahrscheinlich im nächsten Jahr, sind dann weniger Kinder da.
00:34:50: Weil so viele nehmen wir dann wahrscheinlich nicht auf.
00:34:54: Aber wie gesagt ... Wir wissen es ja eigentlich!
00:34:57: Wir sind auch an den Gutachten nicht beteiligt.
00:35:01: Das machen alle anderen Schulen.
00:35:03: von daher kann das sein dass die dann auch am letzten Schulter noch anrufen und sagen wir haben jetzt hier unsere verfügung wir möchten gerne anmelden oder auch in den Ferien.
00:35:14: Jetzt kommen die Kinder morgens mit dem Fahrdienst zur Schule.
00:35:16: Wie kann ich mir das vorstellen?
00:35:17: Dann läuft das normal ab, wie in anderen Schulen auch.
00:35:20: Acht bis fünfzehn Uhr oder sechzehnt Uhr.
00:35:23: Ihr seid ein Tagesbetrieb wahrscheinlich, oder?
00:35:26: Nein!
00:35:28: Als wir mal gestartet sind, hatten wir nur die Kleinen.
00:35:31: Da waren wir volle Halbtagsschule.
00:35:33: Wir haben uns da angeglichen an die Grundschule, in der wir untergebracht
00:35:36: waren
00:35:37: und im Prinzip sind wir das geblieben.
00:35:39: Die Kinder kommen so was weiß ich viertel vor acht an ... Die kommen ja so unterschiedlich angefahren.
00:35:48: Manche sind auch dann schon um halb acht da, wo wir sagen viertel vor acht ist erst hier Betreuung gewährleistet und Aufsicht.
00:35:56: Dann können die noch auf den Schulhof gehen oder sich in der Klasse aufhalten.
00:36:00: um acht Uhr klingelt's und dann fängt der Unterricht an.
00:36:04: Bei den kleinen arbeiten wir eher mal so in Blöcken Bei den Großen, die haben so viel unterschiedliche Fächer.
00:36:11: Da klappt das nicht immer.
00:36:12: Dann haben wir zwischendurch auch Einzelstunden dazwischen wie in der ganz normalen Schule.
00:36:17: Wir haben zwei große Pausen, wo die Kinder auf den Hof gehen und die Pausenden dazWischen setzen die Kollegen selber.
00:36:25: bei uns klingelt es eigentlich nur mittags wenn die Schule zu Ende ist damit sie wissen wir müssen jetzt zum Taxi Und nach der großen Pause auf dem Hof, damit Sie wissen wir müssen wieder rein.
00:36:37: Wären Sie mittags dort auch verpflichtlich?
00:36:39: Gibt's da eine Mensa oder so was?
00:36:40: Oder eben dadurch das erst mal bis Mittagsschule?
00:36:42: ist es danach?
00:36:43: Also um alle Kinder haben bis ein Uhr Schule und fahren dann nach Hause.
00:36:47: Sie haben zwei Frühstückspausen, Mittagessen gibt es nicht.
00:36:51: Wir haben einen Nachmittag den Mittwochennachmittag immer als AG-Tag gehabt.
00:36:56: Konnten denen aber in den letzten zwei Jahren vielleicht auch schon drei immer nur ... Einmal für die Primarstufe und einmal für die Großen laufen lassen, weil wir das Personal gar nicht mehr hatten.
00:37:10: Und ab dem nächsten Schuljahr gibt es ja einen Ganztagsanspruch für Eltern der ersten Klasse.
00:37:18: Da haben wir jetzt auch drei Anmeldungen ...
00:37:21: Müsste dann gucken, wie er das managt?
00:37:22: Wie wir das wohl gewuppt kriegen, ist mal kurzfristig.
00:37:27: Ja
00:37:27: klar!
00:37:28: Sag mal, was ist eigentlich so die zentrale Aufgabe der Helen Keller Schule?
00:37:33: Ist das eher der blockschulische Bildung oder eher sonderpädagogische Förderung oder Teilhabeermöglichung.
00:37:42: Oder alles zugleich?
00:37:44: Alles drei!
00:37:45: Da habt ihr auch keinen Unterschied in den Unterrichtseinheiten oder so, dass ihr da nochmal Schwerpunkte legt.
00:37:50: Man hat immer mal, ich sag mal Projekte oder vielleicht auch Schwerpunkte.
00:37:55: Aber alle drei Sachen sind wichtig und was ein ganz großer Punkt für viele Kinder ist die vor allen Dingen so als Quereinsteiger kommen das Selbstwertgefühl aufbauen und steigern selbstbewusstsein schaffen?
00:38:11: Das wäre jetzt meine nächste Frage Wie erkennt man eigentlich im Schulalltag?
00:38:15: Oder wenn man auf eure Schule guckt dass die Schule den Förderschwerpunkt zur körperliche und motorische Entwicklung steuert oder unterstützt.
00:38:22: Gibt es da spezielle Angebote, die ihr habt?
00:38:26: Schwerpunkte, wo man sagen kann, dann nimmt man noch mal auf diese körperlich- und motorisch Entwicklung.
00:38:32: Guckt man sich an und nimmt das im Blick?
00:38:36: Bei den Kleinen legen wir ganz viel Wert auf möglichst viele motorische Erfahrungen.
00:38:42: Die haben Sport, wir gehen zum Schwimmen, reiten ... Das zieht sich durch alle Fächer, ich sag mal so im Bereich Kunst und so.
00:38:51: Erwartet man das ja schon?
00:38:52: Dass sie auch lernen irgendwie mit Schere, Pricklnadel und solchen Sachen umzugehen.
00:38:58: Beim Schreiben ist es natürlich immer auch ein Problem dass man gucken muss, womit schreiben Sie gut, brauchen Sie da Unterstützung, brauchen sie vielleicht auch technische Hilfsmittel?
00:39:09: Kommt da eigentlich noch parallel dann auch Therapien oder so gesonderte Hilfen dazu, die ihr euch einkauft?
00:39:15: Also gibt's Ergo-Physiö und sowas auch noch.
00:39:16: Ja
00:39:17: wir haben also die Ergos Physios Logos auch noch mit im Haus vom Vitalus.
00:39:23: Das ist eine Leistung, die wir jetzt nicht einkaufen.
00:39:25: das läuft über Rezept aber läuft während des Truth Vormittag.
00:39:30: So werden die Eltern das möchten.
00:39:32: es ist ein Angebot.
00:39:35: Wir profitieren natürlich auch davon, weil dann haben wir wenn die Eltern einverstanden sind den ganz kurzen Weg.
00:39:42: Ich sage mal zum Beispiel Wenn wir Buchstaben einführen und das Kind hat auch Logo da kann man immer gut was ansprechen dass wir sagen, so das und das Problem ist uns aufgefallen.
00:39:56: Dass die Logos das vielleicht mal näher mit angucken und umgekehrt.
00:39:59: oder wir überlegen wie können wir da überhaupt irgendwas anbahnen?
00:40:03: Und im Bereich Motorik natürlich auch.
00:40:05: oder dass wir die Physios auch mal mitnehmen und sagen guck mal wieder hier sitzt also irgendwas passt da nicht diese Sachen und wenn du dir im haushass ist es wirklich immer ein kurzer Weg.
00:40:17: oder Wenn wir mal eine Fallbesprechung machen, dass wir dann noch die Therapeuten mit dazu nehmen können
00:40:23: Das große Wort Inklusion.
00:40:24: Ich komme gleich noch mal extra drauf zu, du schlackerst schon mit der Augen unter Ohren!
00:40:29: Es ist ja immer wieder die Diskussion braucht es in Deutschland eigentlich diese Sonderschulformate?
00:40:34: also immer wieder kommen werden einige Dinge infrage gestellt oder gesagt wird ja Mensch das kann man ja inklusiv in normalen Regelschulen.
00:40:41: so mit deiner ganzen Erfahrung als Leitungskraft aber auch als Lehrkraft Wo siehst du den großen Vorteil des Angebots einer Helen Keller Schule auch für Kinder?
00:40:50: Also was ist das, wo du sagst?
00:40:51: über die Jahre betrachtet stelle ich einfach fest.
00:40:55: deswegen macht es auch Sinn.
00:40:56: Kannst du das sagen?
00:41:03: Wenn du dir mal unsere Kinder angucken würdest... Ich sage mal so ein Beispiel, was du gerade hattest einen Rollstuhlfahrer vielleicht eine Querschnittslähmung ansonsten Topf hätte der ist nicht bei uns.
00:41:15: Die sind im Regelbereich, nach wie vor.
00:41:19: Ganz viele körperbehinderte Kinder sind auch im Regelbereich.
00:41:23: Aber ganz viele kommen aus dem Regelbereich zurück und sind ...
00:41:27: Überfordert?
00:41:28: Völlig überfordert und am Boden.
00:41:31: Und wirklich so ich weiß nichts, kann nix, bin nix wert.
00:41:38: Das tut hier richtig weh!
00:41:39: Weil sie können das auch so formulieren... Wir haben viele Kontakte zu den Grundschulen oder weiterführenden Schulen.
00:41:50: In vielen Schulen läuft das auch gut, die holen sich Hilfen und Unterstützung.
00:41:56: Natürlich liegt es immer mit dem eigenen Engagement, würde ich mal sagen ... Aber wir haben ganz viele, da läuft es wirklich gar nicht!
00:42:09: Die Gespräche im letzten Jahr, die ich so mit Eltern geführt habe Gerade auch von den Kindern, die jetzt so zurückkommen als Quereinsteiger ... hab ich gedacht.
00:42:19: Boah!
00:42:20: Wo sind wir denn gelandet?
00:42:21: Ist das alles wieder rückläufig?
00:42:23: also Einstellung auf von anderen Schulleitungen wo ich nur mit den Ohren schlackern gesagt habe Das Kind müsste sofort kommen
00:42:32: Trotz der großen Initiative zu sagen Wir wollen inklusiver beschulen und wir wollen Also es gehen wahrscheinlich einfach unter in diesem System weil das System nicht auf die Kinder vorbereitet ist oder auch entsprechend das Lehrpersonal geschult?
00:42:46: Ja, so alles.
00:42:47: Natürlich ... Also ich will Inklusion überhaupt nicht verteufeln.
00:42:50: Nee,
00:42:50: klar!
00:42:51: Ich finde, das ist eine tolle Idee aber es müsste völlig anders aufgestellt sein.
00:42:56: Die Fehler liegen in den Anfängen.
00:42:59: Sag mal wie wird eigentlich sichergestellt dass so körperliche Behinderung nicht automatisch So nach außen mit einem geringeren Bildungserwahr Wartung verwechselt wird.
00:43:12: Also ich glaube ja oftmals sind so Sonderschulen auch von außen betrachtet, da passiert etwas Sonderbares.
00:43:20: oder dieses Thema Inklusion und Teilhabe das ist aber vielmensch noch gar nicht angekommen.
00:43:26: dann macht man auch nicht gerne hingucken Wie trätet ihr dem entgegen und sagt, was wir hier machen ist wertvolle Bildung?
00:43:32: Und diese Leute gehen auch selbstverständlich in die Welt haben ihren Hauptschulabschluss.
00:43:37: Und gehen dann teilweise einen normalen Weg weiter der in normalen Berufen endet.
00:43:42: Ist das schwierig manchmal so zu vertreten?
00:43:45: Das zu ver treten ist nicht so schwierig aber dass das so gelingt ist oft schwierig.
00:43:50: Also gerade was du sagst Berufswahl.
00:43:53: also die Kinder gehen ja von uns fast alle erst mal in die Berufsschule, weil sie ja noch schulpflichtig sind.
00:43:59: Wir bahnen das lange an.
00:44:01: also ich sag mal der Bereich Berufsorientierung da fängt er schon so sagt er in Klasse Sieben an und in klasse Acht haben die Kinder dann Praxistage einer Berufsschuhe damit sie die Berufschule überhaupt erstmal kennenlernen.
00:44:13: Das ist ja im Vergleich zu uns ein Riesensystem.
00:44:17: Und was gibt es da überhaupt?
00:44:19: So für unterschiedliche Bereiche?
00:44:21: Was kann ich da überhaupt machen?
00:44:24: Dann Praktikum.
00:44:25: Die Kinder müssen ihr Praktikum selber suchen, also das sind wirklich nur Einzelfälle wo wir da irgendwo behilflich sind.
00:44:32: den Rest machen die Eltern und die Kinder.
00:44:34: natürlich ist das erste Praktikkum oft irgendwo so
00:44:38: ja
00:44:38: bei Papa in einer Firma oder wo man jemanden kennt ist auch alles legitim.
00:44:44: beim zweiten arbeiten wir dann schon ein bisschen anders drauf hin, können die Kinder auch.
00:44:50: Weil sie schon mal so beim ersten festgestellt haben liegt mir oder das geht ja überhaupt gar nicht und für mich ist ein Praktikum nicht ein gutes Praktikum weil da alles klappt sondern ich finde so die Erkenntnisse die die da mitnehmen und auch wenn Sie feststellen gut das habe Ich jetzt gemacht aber ich hab festgestellt dafür bin ich einfach nicht geeignet
00:45:12: Ist eine wertvolle erkenntnis
00:45:14: ist ganz wichtig
00:45:15: genau
00:45:16: Weil dann können sie auch weitergucken oder wir gemeinsam suchen.
00:45:19: Also Berufsorientierung ist wirklich so ein Bereich, wo wir ziemlich aktiv sind und versuchen möglichst ... Dass die Kinder viele Erfahrungen machen können in andere Betriebe reingucken.
00:45:31: Auch bei uns in der Werkstatt gucken diese Geschichten.
00:45:35: Wir erleben das oft auch in anderen Bereichen wenn man von einer Metaebene auf Vitos guckt, dass Angehörige oder selbst die nichts mit Vitos zu tun haben immer so auf Menschen mit Behinderung gucken und denken, die armen Menschen.
00:45:50: Und was ist denn auch alle?
00:45:52: Da wäre meine Frage ... Wie viel Selbstbestimmung erleben Schüler und Schülerinnen bei euch im Schulalltag?
00:45:59: Zum Beispiel das gerade angesprochenen Berufsausbildung.
00:46:02: Wie sieht es aus mit Lernzielen, Mobilität, Kommunikation, Freizeit so?
00:46:06: Wie unterstützt ihr die da?
00:46:09: Erwachsen zu werden, ist das ein wichtiges Anliegen von euch?
00:46:12: oder im Schulalltag manchmal auch gar nicht so leistbar?
00:46:15: Es ist schon ein sehr wichtiges anliegen.
00:46:17: Wir versuchen das auch überall also zum Beispiel mit Mobilität.
00:46:22: Unsere Kinder sind es ja gewohnt die steigen morgens vor der Haustür ins Taxi und namit das wieder aus.
00:46:30: Wir haben dann auch so Projekte in Klasse Acht, wo die einen Tag nur im Projekt sind.
00:46:34: So praktische Sachen wie Kiosk-Garten aber auch Umwelt und Freizeit.
00:46:41: Weil da haben wir auch so Ämter abgeklappert und haben mal geguckt was machen sie eigentlich?
00:46:45: Wofür braucht man sowas?
00:46:48: Zur Sparkasse irgendwie mal formulare Banküberweisung baue man vielleicht auch nicht mehr unbedingt heute so in der Form.
00:46:55: Aber ein wichtiger Punkt ist, wie komme ich von A nach B, wenn das Taxi nicht kommt?
00:47:00: Lebenskompetenz.
00:47:03: Ja, absolut!
00:47:03: Oder
00:47:04: wo du manchmal einen Schreck griffst und denkst ... Kiosk als Schülerfirma und einkaufen.
00:47:11: Und wenn die Kinder in Klasse acht sind ... Du kriegst so mit, die waren noch nicht alleine einkauft.
00:47:19: Die haben keine Vorstellungen, wie ein Supermarkt strukturiert ist oder ... Wie man denn bezahlt?
00:47:26: Da möchte ich selber eine private Anekdote erzählen.
00:47:29: In der Corona-Zeit hat meine Frau das eingeführt, dass sie mit unseren Kindern immer gerufen hat Schule des Lebens.
00:47:34: Das war für unsere Kinder dann immer das Zeichen.
00:47:37: jetzt wird ein Bett zusammengeschraubt damit die wenn die aus dem Haus gehen auch mit einem Akku-Bohrer umgehen können.
00:47:41: oder die haben auch mal erlebt Zement zusammen zu mischen und solche Dinge Damit die nicht völlig lebenspraktisch um Nebel ins erwachsenen Alter.
00:47:51: Und dann hab ich immer drüber gelacht, aber irgendwie im Nachhinein denke ich das ist oftmals viel wichtiger so lebenspraktische Dinge auch zu lernen als vielleicht den letzten Satz des Pythagoras auswendig dahin zu knallen.
00:48:02: Das wär noch mal eine Frage an dich ganz privat so... Du hast jetzt jahrelang in diesem Schulsystem zu Hause.
00:48:09: Es wird immer wieder gefordert so eigentlich brauchen wir ein ganz anderes System der Schule.
00:48:13: Wir müssten mehr auf die Fähigkeiten und Neigung der Kinder gucken.
00:48:16: dieses sechs Stunden Mathe, sechs Stunden Deutsch und Englisch führt nicht zu dem, dass ein Kind Spaß an Schule hat.
00:48:22: Sondern man müsste das Ganze anders und neu denken.
00:48:25: Siehst du das auch so?
00:48:25: Ja!
00:48:27: Also dieses System an sich ist eigentlich unser Untergang.
00:48:32: Die Sachen was die Kinder wirklich brauchen wir nehmen uns auf die Freiheit umsetzen das dann um weil unsere Kinder ja auch länger da sind.
00:48:41: zum Beispiel als Klasse eins können wir das machen.
00:48:44: aber das beste Beispiel fahren ja gerne und oft auf Klassenfahrt, sag ich mal.
00:48:49: Wir hatten dann damals zu den Zeiten als es noch Zivis gab, hatten wir ein Zivi mit, da mussten die Schüler dem Zivi das Bett beziehen weil er ...
00:48:58: Er konnte
00:48:58: das nicht!
00:49:00: Er hat das noch nicht gemacht.
00:49:01: also diese ganzen Arbeiten waren ihm wirklich völlig fremd.
00:49:06: Ich überspitze das jetzt mal bisschen.
00:49:08: Ist eine Förderschule wie die Helen Keller Schule eigentlich eher ein Schutzraum oder ein Kompetenzzentrum?
00:49:16: oder sogar eher ein Ort der Aussonderung.
00:49:19: Auch das ist ja so'n Begriff, der manchmal fällt.
00:49:23: Also Kompetenzzentrum?
00:49:24: Schutzraum- oder Aussonderungen?
00:49:27: Wir sind sicherlich auch ein Schutzraum.
00:49:29: Unsere Kinder sind in einem sehr behüteten Rahmen.
00:49:35: Wir haben viel Kompetenz und wir geben viel weiter.
00:49:39: Und wir haben wirklich kompetente Kinder ... Das finde ich auch toll, wenn man sie lässt.
00:49:43: Dann können Sie auch vieles zeigen ... Aus Sonderung!
00:49:49: Also, wenn ich manchmal überlege wie weit die Kinder fahren müssen?
00:49:53: Wie viel Zeit denen eigentlich bleibt um vielleicht vor Ort Kontakte aufrecht erhalten zu können dann sondern wir auch manchmal aus.
00:50:03: das ist wohl so
00:50:04: Klar.
00:50:04: du hast gerade noch mal gesagt ihr bedient auch die ganze Grafschaft.
00:50:08: Das heißt, einige Schüler sitzen zwei Stunden auf der Hinfahrt im Bus und zwei auf der Rückfahrt.
00:50:13: Und der halbe Tag ist weg durch Busfahren.
00:50:17: Wenn die nach Hause kommen, lass das mal Halb drei sein.
00:50:20: Dann müssen sie noch Mittagessen Hausaufgaben machen.
00:50:23: Wir sind ja Schule.
00:50:25: Und womöglich noch irgendeine andere Therapie wahrnehmen.
00:50:28: Und dann war's das.
00:50:30: So rundherum ... Man braucht eigentlich mehr Leben, die Leute sich individuell entwickeln lassen und da zu gucken was ist da die richtige Förderung pro Person.
00:50:42: Sag mal ich gehe jetzt mal ein bisschen provokant vor Deutschland hat sich, haben wir gerade besprochen zur inklusiven Bildung verpflichtet.
00:50:49: Warum brauchen wir weiterhin so Schulen wie die Helen Keller Schule oder auch Förderschulen?
00:50:55: Oder mal ein bissel anders gefragt Was können Regelschulen aktuell nicht leisten?
00:51:00: Ganz viele unserer Schüler brauchen Bezugspersonen.
00:51:05: Die haben sie im Regelsystem, kaum!
00:51:08: In der Grundschule mag es ja noch gehen mit dem Klassenlehrer aber wenn du an die weiterführenden Schulen denkst da hat so ein Klassen-Lehrer vielleicht einfach könnte auch ein Nebenfach sein oder zwei kleine Nebenfächer.
00:51:21: wo ist denn da der Bezug?
00:51:23: Genau und das könnt ihr halt bieten
00:51:26: Das können wir bieten, weil wir zum einen dieses Klassenlehrer-System haben und wirklich möglichst viel auch vom Klassen Lehrer machen lassen.
00:51:34: Nicht nur einfach!
00:51:36: Und weil wir ja auch die pädagogischen Mitarbeiter haben, die den ganzen Vormittag die Klasse begleiten.
00:51:43: Hau das jetzt noch ein bisschen höher.
00:51:44: Ich gehe jetzt nochmal mehr in die Provokation.
00:51:46: Und zwar wäre meine These so stabilisiert eine gut ausgestattete Förderschule eigentlich im Hintergrund eines Systemes.
00:51:55: Also dass Regelschulen ein bisschen aus der Verantwortung lässt, weil wirklich barrierefrei und auch inklusiv zu werden.
00:52:02: Oder liegt das Problem eher auf der anderen Seite?
00:52:05: Also oft der Seite der Regelschulen.
00:52:06: Das wird ja euch oft vorgehalten oder insbesondere so solchen Schulen zu sagen naja gut also ihr Vitos ja allgemein wird in den Einrichtungen immer gesagt ihr macht es ja auch nur damit ihr eure eigenen eigenen Angebote vollkriegt usw.
00:52:19: Es wird hier oft dieser Aspekt vorgeworfen aus einem Eigeninteresse heraus und nicht so ... Nicht den Menschen im Mittelpunkt, wie wir immer werben auch.
00:52:28: Was würdest du dem entgegnen?
00:52:29: Frag mal unsere Eltern!
00:52:31: Okay, da diese Überleitung schön, dass du sie sagst, ich hatte gehofft, dass Du das sagst.
00:52:36: Das wäre jetzt meine nächste Frage.
00:52:38: Ihr erhaltet ja einen Feedback.
00:52:39: Also die Eltern erleben ja ein Vor- und Nachher So.
00:52:42: sie erleben vielleicht, wie es in der Regelschule war oder dann eben bei euch.
00:52:46: was ist da an Reaktion, was sind die Reaktionen da?
00:52:48: also Von vielen Eltern erhalten wir tatsächlich so das Feedback, dass ihre Kinder sich sehr wohlfühlen.
00:52:56: Oder wenn sie die Schule gewechselt haben endlich auch mal wohlfüllen und schon zu Friedenheit.
00:53:05: Natürlich kann ich nie für alle Eltern sprechen.
00:53:08: du hast ja immer eine ganze Bandbreite auch an Eltern und Vorstellungen und Wünschen.
00:53:14: Und ich sag mal, es gibt sicherlich auch Eltern die würden sich wünschen oder haben so die Vorstellung.
00:53:19: Die Kinder gehen bei uns zur Schule und machen einen super Hauptschulabschluss aber alle Kinder können das auch nicht und Zaubern können wir nun mal auch nicht.
00:53:29: was passiert mit den Kindern die vielleicht auch bei euch so an ihre Grenzen kommen?
00:53:33: Gibt es da noch ein nachgelagertes System?
00:53:35: oder muss man einfach sagen okay dass ist jetzt erstmal Das was was es für Möglichkeiten gibt und die bringen wir dann auch durch.
00:53:42: Also ich sag mal, wenn Kinder total an ihre Grenzen kommen oder wir auch denken da liegt wahrscheinlich eine geistige Behinderung vor.
00:53:51: Dann werden die Kinder nochmal neu überprüft und würden in dem Fall auch die Schule wechseln
00:53:58: wird gerne noch mal eben auf die Angehörigen gucken.
00:54:00: Da seid ihr ja auch sehr aktiv unterwegs, so erlebe ich es zumindest über unser Internet oder auch über Feste, die ihr so feiert.
00:54:08: Da wäre nochmal meine Frage ... Oder ich weiß dass in den letzten Jahren immer auch mal durch Angehöhrige eine neue Schauchel aufgestellt habt und so weiter nimmst du die Erwachsenen da sehr positiv war?
00:54:21: In der Zuarbeit zur Helen Keller Schule oder gestaltet sich das in den Letzten Jahren auch zunehmend schwieriger?
00:54:27: Wir erleben das ja im Ehrenamt, dass immer weniger Menschen auch bereit sind sich ehrenamtlich zu engagieren.
00:54:31: Wie ist das?
00:54:32: Also ihr ladet hier auch Zuschuhlinformationsveranstaltungen einsitzt.
00:54:36: muss man sich da so vorstellen, dass von Fünfzig Einladung fünfzig Eltern da sitzen?
00:54:39: oder ist auch da eine Umkehr festzustellen?
00:54:43: Ja ganz klar.
00:54:44: also das ist wie in jedem anderen Verein sag ich mal so.
00:54:48: als Beispiel Eigentlich sind es immer die gleichen Eltern Die da irgendwie sagen Jo das machen wir packen mit an.
00:54:57: Wir haben einen Förderverein, da mussten wir schon ein paar Mal mit Auflösung drohen.
00:55:03: Der hätte es jetzt auch durchgezogen weil wir nicht mal mehr so erster zweiter Vorsitzender und Kassenwart besetzt bekommen.
00:55:12: Also wird schwieriger?
00:55:13: Ja also wenn der Kassenwahrt fehlt dann geht das einfach nicht mehr.
00:55:18: Wie wichtig schätzt du so die Meinung von Angehörigen ein?
00:55:23: Weil wir erleben es ja, das werden immer mehr auch Strukturen in der Behindertenhilfe infrage gestellt.
00:55:29: Da können wir als Dienstleister okay ihr seid Schule aber ja auch nicht immer in Richtung Schulbehörde, in Richtung Land, in richtung Bundespolitik irgendwie eine Stellung einnehmen sondern da sind hier in erster Linie auch Eltern gefragt, die dafür bestimmte Anlässe auch in die Bütt gehen.
00:55:45: gerade auf die Frage brauchen wir eigentlich Sonderschulen?
00:55:47: Da sind Angehörige wichtig.
00:55:50: Erlebst du es da auch eher so, dass das schwierig ist die Leute zusammen zu bekommen und da eine Meinung auf die Straße zu bringen?
00:55:56: Weil ich erlebe das in meinem Bereich im Wohnbereich schon so, Dass Angehöre da sehr oft.
00:56:01: die Erwartungen haben, wie tust macht er's schon Und aber dann merken wir ja auch Wir sind auch Dienstleister Das ist einfach schwierig damit politischen Gremien auch ins Gespräch zu kommen.
00:56:11: Sondern da wäre es besser wenn Angehöhre da wären.
00:56:13: Wie erlebst du das
00:56:16: sehr gemischt.
00:56:16: Also ich hätte schon einige Elternvertreter wären das dann ja bei uns zum Beispiel, die gewählten wo ich wohl weiß wenn da solche Sachen wären dann würden sie sich mit engagieren.
00:56:29: Ja
00:56:30: genau das geht also.
00:56:31: aber man kann dass nie pauschal für alle sagen
00:56:33: wir sind erstmal froh dass es euch gibt und dass dieses angebot da ist und sicherlich so viele Schüler die ihr in all den jahren in über dreißig Jahren jetzt schon begleitet habt.
00:56:42: Ich würde zum Abschluss gerne nochmal so eine Frage stellen, was wäre eigentlich die ehrliche politische Forderung?
00:56:50: So wenn man mal beide Schulsysteme zusammenpackt.
00:56:55: Mehr Inklusion also Ausbau der Inklusion in Regelschulen oder eine bessere Ausstattung noch von Förderschulen?
00:57:03: Oder vielleicht doch eher ein gemeinsam gedachtes System, in dem so Spezialwissen nicht an Schulform gebunden ist.
00:57:11: Sondern zu gucken, dass beide aus Bestem zu einer neuen Schulform mit eher individuellerem Blick auf einzelne Schüler.
00:57:18: Kannst du das nicht mal vorschlagen?
00:57:20: Jetzt soll ich das mal machen!
00:57:21: Ja, geh doch mal in die Politik und sag doch mal, das wäre doch super.
00:57:24: Das fände ich auch gut wenn wir mehrere so kleinere Förderschulenzentren oder was auch immer wie man das benennen will hätte und die ganz engso mit den anderen zusammenarbeiten oder auch das Personal an beiden Schulen.
00:57:38: Das wäre toll.
00:57:40: Man spricht mit Frauen nicht über ihr Alter, das will ich auch nicht.
00:57:43: Ich will aber wohl hier einmal sagen dass du so auf der Zielgeraden deiner beruflichen Schaffensphase bist und in den nächsten Jahren in Rente gehen wirst.
00:57:53: da gucken einige schon ganz sorgenvoll hin denn du bist natürlich auch eine Institution bei Vitos als Lehrkraft- und auch als Leitung.
00:58:03: Da wollte ich die mal fragen, was wünschst du dir eigentlich so perspektivisch für deine Schule oder für die Helen Keller-Schule?
00:58:09: Was würdest du dir wünschen wenn du in die Zukunft guckst.
00:58:12: Also ich würde mir schon wünscht, dass es die Schule noch solange gibt bis kein Kind mehr kommt, was nämlich genau das sagt?
00:58:19: Ich kann nichts, ich weiß nix, ich bin nix wert.
00:58:22: Solange es diese Kinder noch gibt finde ich brauchen wir Schulen wie unsere Schule.
00:58:27: Natürlich die Frage Birgit Hast du eigentlich schon eine Idee für die Zeit nach der Schule, was du da alles so machen willst?
00:58:35: Oder schläfst du dann einfach bis ... Dass ja du schläftest gerne auch bis Mittagsschläfte und abends durch.
00:58:40: Nee!
00:58:41: Dann ärgere ich mich ja, dass der Tag schon wieder oben ist.
00:58:43: Das geht auch nicht.
00:58:45: Also ich habe noch keine wirklichen konkreten Pläne will ich auch nicht machen.
00:58:50: Da passt überhaupt nichts zu mir, dass ich jetzt schon ein Jahr im Voraus da irgendwie mich für irgendwelche Kurse anmelde.
00:58:56: das geht gar nicht.
00:58:57: natürlich der Wecker fliegt aus dem Fenster Aber ich würd schon gerne reisen.
00:59:04: Ich bin auch gerne im Garten, buddel da gerne ... Der hätt's dringend nötig.
00:59:09: Vielleicht leg' ich mal neu an so.
00:59:11: Sag mal es stresst dich aber nicht diese Vorstellung, du bist bald in Rente und hast das alles nicht mehr.
00:59:17: oder ist er auch ein unwohler Gedanke bei?
00:59:21: Ich war am Wochenende wieder in der Schule eigentlich fast jedes Wochenende auch.
00:59:26: Da hab ich wohl mal so gedacht, was machst du denn nächstes Jahr?
00:59:31: Wenn das alles wegfällt.
00:59:34: Ich hab da nicht viel bedenken.
00:59:36: Ich hatte ein ganz tolles Kollegium und hab ja auch Vorstellungen von wegen Nachfolge und so ... Von daher denke ich, wird das super weiterlaufen?
00:59:45: Das glaub ich schon!
00:59:46: Was mir fehlen wird, sind die ganzen Kontakte.
00:59:49: Ja, glaub ich so.
00:59:51: Du bist jederzeit eingeladen, kannst immer bei mir einen Kaffee abholen.
00:59:55: Und bei uns in der Schule ist ja immer Grillfest.
00:59:57: Da kommen auch ganz viele ehemalige Schüler, das ist echt so ein richtiges Highlight weil man die da mal sieht und da dürfen auch ehemallige Kollegen glaube ich kommen.
01:00:06: Sehr gut!
01:00:08: Birgit haben wir irgendwas vergessen was wir noch nicht erwähnt haben?
01:00:11: sicherlich vielleicht viele Kleinigkeiten aber es geht ja auch darum erstmal einen groben Blick auf das Ganze zu kriegen.
01:00:17: ansonsten würde ich sagen, biegen wir langsam auf die Endstraße hier ein unsere Podcast.
01:00:25: Ich wollte einmal noch dich fragen, ich habe heute Morgen von einer ganz tollen Spendentour gelesen.
01:00:31: Die gerade für eure Heller die Lisbeth, das müssen wir mal eben erklären hier.
01:00:34: Das ist doch mal irre oder?
01:00:35: Das
01:00:35: ist irre und zwar ist ein Hermann Wessels.
01:00:39: der hat einen Oldtimer Traktor, einen alten Case oder einen alten, ich weiß nicht wie die heißen, hat er restauriert Und das nennt er Leasebed.
01:00:48: Auf Instagram gibt es eine Seite mit Leasebett unterwegs, heißt die und der ist auf einer Spendentour.
01:00:54: Kannst du das ein bisschen ausformen?
01:00:55: Was wacht ihr genau?
01:00:57: Ja also der hat diesen Trecker wirklich komplett auseinander gelegt und wieder neu zusammengebaut ganz viel auch reingesteckt weil man halt dann neue Teile braucht und sowas alles wieder original hergestellt Die Lease bed Und mit Liesbett fährt er irgendwo nach Süddeutschland.
01:01:15: Ja,
01:01:15: ich glaube richtig siebenhundert Kilometer oder so, ne?
01:01:17: Genau!
01:01:18: Wo ich nur gedacht habe wie kann man nur und er möchte das mit so einer Spendenfahrt verbinden einmal für Freundeskreisbehinderte oder so und auch für die Schule weil Herr Wessels hat auch einen Sohn bei uns an der Schule auch einer von diesen ganz aktiven, wenn's darum geht irgendwie neuen Spielplatz anlegen oder so.
01:01:43: Ja und das macht er jetzt!
01:01:44: Also liebe Rollstuhl-und Raketehörer unbedingt mal reingucken Instagram mit Liesbett unterwegs und wenn hier noch ein Geld scheint es scheine eignen sich immer besser als klein Geld Bereit habe.
01:01:54: Dann guckt doch mal, da gibt es nämlich einen QR-Code auf der Seite, den kann man scannen und dann kann man ganz schnell der hellen Kellerschule oder dem Förderverein etwas Gutes tun.
01:02:02: eine ganz besondere Fahrt die auch schon ich glaube beim NDR und überall schon irgendwie kund getan wird.
01:02:07: gerade der ist nämlich jetzt gerade während wir aufnehmen ist er unterwegs.
01:02:10: Ich hab das grade nochmal nachgeschaut.
01:02:12: also ne ganz tolle Sache mit Liesbett unterwegs Auch für die hellen Kellerschule!
01:02:16: Ich danke dir Birgit.
01:02:18: aber zum Abschluss habe ich immer eine besondere Frage an unsere Gäste oder meine Gäst Und die stelle ich natürlich auch dir.
01:02:25: Hast du noch eine Buchempfehlung?
01:02:27: Oder ein Künstler oder einen Film, oder irgendein Fest wo du sagst hey das müsst ihr unbedingt mal besuchen oder es müsst ihr lesen oder eine CD die total entspannt.
01:02:37: Irgendetwas, einen kleinen Tipp für unsere Hörerschaft wo du sagt schau's euch mal an oder hört mal rein.
01:02:42: Hätte ich tatsächlich.
01:02:44: Ich hab zu Weihnachten ganz tolles Buch geschenkt bekommen.
01:02:46: Das heißt der Zopf.
01:02:48: da geht es um drei Frauen.
01:02:51: leben in drei unterschiedlichen Kontinenten, ganz unterschiedliche Lebensweisen total fesselnd.
01:03:00: Die hinterher die Geschichten irgendwie wieder verwoben werden.
01:03:03: aber so ja total starke Frauen, Freiheitstrangen.
01:03:09: Einfach irre, weil das so unterschiedlich ist.
01:03:12: Die eine ist Anwältin und will Partner werden in einer Rechtsanwaltskanzlei in den Staaten und ihr Leben drum herum.
01:03:22: Die andere kommt aus Indien unterste Kaste hier der Unberührbahn möchte einfach nur dass ihr Kind lesen und schreiben lernt.
01:03:31: Und die dritte ... Der Vater hat ne Fabrik in Italien Eine Perückenfabrik und der hat irgendwie einen Unfall.
01:03:41: Und dann stellt sich raus ... Der Laden ist pleite, und sie muss da jetzt was machen.
01:03:48: Die Geschichten
01:03:49: führen am Ende wieder zusammen?
01:03:50: Ja, irre!
01:03:52: Diese unterschiedlichen Lebenswelten und wie die mit ihren Vorstellungen und Wertenfamilien umgehen.
01:04:00: Der Zopf, schöner Titel finde ich schon.
01:04:03: Macht neugierig.
01:04:05: Ließt sich wirklich so weg.
01:04:07: Danke.
01:04:08: Ähm ... Am Ende kriegt jeder Gast eine Aufgabe.
01:04:11: Und das ist die, du weißt um unsere schönen Fahrbusse, die uns morgens immer Kunden oder auch Schüler in die Schule oder in unsere Einrichtungen bringen, die auch im Stadtverkehr immer sich basieren und die haben hinten immer so ein Riesenwerbeplakat wo zum Beispiel für die Freilichbühne geworben wird oder für Firmen.
01:04:28: ich habe exklusiv für dich Birgit heute einen Bus besorgt der eine freie Fläche hat wo du unserer Rollstuhl-und Rakete Community Angehörigen und den Hörern etwas mit auf den Weg geben kannst.
01:04:41: Und da wollte ich mal fragen, ob du das spontan so einen Flogen hast, den du dahinten draufschreiben würdest?
01:04:46: Ja ganz spontan!
01:04:47: Wir haben in der Schule bei uns ein Geflügeltes Wort.
01:04:52: Jeder hat hier seine Berechtigung und damit meinen wir wirklich jeden.
01:04:56: Wir können vieles mit Humor nehmen.
01:04:58: Das ist auch richtig?
01:04:59: Keiner ist umsonst da.
01:05:00: So jeder hat eine Berechtigung, wir nehmen vieles.
01:05:04: Das schreiben wir da gerne drauf.
01:05:06: Und den Bus hätte ich gerne nächste Woche,
01:05:08: die Schulfahrt!
01:05:11: Vielen
01:05:12: Dank, dass du mir deine Zeit gegönnt hast.
01:05:16: Abschließend ... Du warst noch nie im Podcast?
01:05:19: War schlimm?
01:05:20: Der ging eigentlich wohl.
01:05:22: Ich nimm dich an die Hand und dann kommen
01:05:24: wir gemeinsam durch.
01:05:25: Also gut gemacht.
01:05:26: Ja, du auch.
01:05:26: Danke.
01:05:27: Also vielen Dank, das du da warst.
01:05:29: Liebe
01:05:30: Rollstuhl- und Raketehörer, wenn ihr Lust habt auf eine neue Folge die kommt in jedem Monat am fünftzehnten.
01:05:37: Und natürlich auch im Monat Juli da habe ich den Leiter der Psychiatrie in Hase Lüne zu Gast.
01:05:46: Da freue mich schon drauf.
01:05:47: aber jetzt erstmal danke dass ihr eingeschaltet habt.
01:05:50: Danke Birgit das du hier unser Gast warst Dass du uns Rede und Antwort gestanden hast Fährst zurück in die Schule oder Wirst du jetzt schon in den Feierabend?
01:06:00: Wir nehmen gerade am Name-Tag
01:06:01: auf, muss ich sagen.
01:06:02: Wir hätten noch einen Termin im Leitungsteam.
01:06:04: Stimmt!
01:06:05: An dem ich nicht teilnehme, weil ich den Termin verbaselt habe ... Ich heinee genau.
01:06:10: Struktur.
01:06:10: Naja, Struktur, genau.
01:06:12: Ich meld mich auch bei euch nochmal an.
01:06:13: Okay... Vielen Dank und macht es gut bis zum Juni untergehört, dass ihr dabei wart's.
01:06:23: Rollstuhl & Rakete Der Vitos Podcast ausmetten.
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