Sven Jansen - Depressionen
Shownotes
In dieser besonderen Folge sprechen wir über ein Thema, das viele Menschen betrifft – und über das trotzdem oft geschwiegen wird: Depressionen. 🧠💬
Zu Gast ist Sven Jansen. Er arbeitet als Heilerziehungspfleger und Nachtwache in einer Besonderen Wohnform für Menschen mit Behinderung. Doch heute berichtet er nicht nur aus seinem Berufsalltag – sondern auch aus seinem eigenen Leben.
Offen, ehrlich und mutig spricht Sven über seine Erfahrungen mit Depressionen, über stille Kämpfe, dunkle Gedanken und darüber, warum es so wichtig ist, Hilfe anzunehmen und darüber zu reden. ❤️
Eine Folge, die Mut machen soll. Für Betroffene. Für Angehörige. Für alle, die verstehen möchten.
🎧 Jetzt reinhören bei „Rollstuhl & Rakete“ mit Marco Strodt-Dieckmann.
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Sven`s Instagram Empfehlung: christian_durstewitz
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00:00:02:
00:00:12: Herzlich willkommen zu Rollstuhl und Rakete, dem inklusiven Podcast von Vitos aus Mappen.
00:00:20: Ich bin Marco Struthigmann und ich freue mich sehr, dass ihr heute wieder mit dabei seid!
00:00:25: Schön das ihr zuhört.
00:00:28: In unserer heutigen Folge sprechen wir über ein Thema, das viele Menschen betrifft – und über das trotzdem noch viel zu oft geschwiegen wird….
00:00:36: Ich spreche von Depressionen.
00:00:39: Depressionen gehören inzwischen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland.
00:00:44: Aktuelle Zahlen des Robert-Koch-Instituts zeigen, dass rund zwanzig Prozent der erwachsenen depressive Symptome angeben oder sich sogar in Behandlung finden.
00:00:55: Millionen Menschen kämpfen also mit Erschöpfung, Hoffnungslosigkeit innerer Lehre oder dem Gefühl den Alter kaum noch bewältigen zu können.
00:01:04: Und trotzdem fällt es vielen Betroffenen schwer offen darüber zu sprechen – aus Angst vor Vorurteilen, aus Scham oder weil Depression oft unsichtbar sind.
00:01:15: Dabei kann eine Depression jeden Menschen treffen unabhängig von Alter, Beruf oder Lebenssituation.
00:01:22: Sie kommt oft schleichend Leise und heimlich.
00:01:27: Und genau darüber möchten wir heute offen sprechen!
00:01:31: Zu Gast in dieser Folge ist Sven Jansen, Sven arbeitet im Kompetenzfeld Wohnen als Zeilerziehungspfleger und ist als Nachwache in einer besonderen Wohnform für Menschen mit Behinderung tätig.
00:01:42: Er begleitet andere Menschen beruflich durch schwierige Lebenssituationen – und gleichzeitig musste er selber erfahren wie sich Depressionen anfühlen können….
00:01:51: Vor vielen Jahren haben sich seine Depressionen langsam in sein Leben geschlichen.
00:01:56: Heute spricht er offen und ehrlich darüber nicht, um Mitleid zu bekommen sondern um Mut zu machen!
00:02:01: Mut für Menschen die selbst betroffen sind und Mut für diejenigen die sich bislang nicht trauen über ihre Gefühle und ihre Erkrankung zu sprechen.
00:02:10: Ich freue mich sehr Sven dass du heute in unserer Sendung zu Gast bist und sage dir ein herzliches Willkommen bei Rollstuhl und Rakete.
00:02:17: Moin
00:02:18: Es
00:02:19: wäre schön, dass du da bist bei Rollstuhl und Rakete.
00:02:22: Sag mal der Mai zeigt sich ja gerade von seiner Sonningseite heute bei der Aufnahme nicht ganz so aber in den letzten Tagen.
00:02:28: Und da wollte ich dich mal fragen wie geht's dir heute?
00:02:31: Wie bist du heute hier und wie bist du vielleicht auch in den Frühling gestartet?
00:02:35: Ja also ich bin heute mit dem Auto gekommen und wenn die Sonne scheint geht es eigentlich immer besser.
00:02:42: Ist das so?
00:02:42: Also das ist schon ein... Wenn wir Scherz schon ins Thema einstangen, ist das auch ein Stimmungsmacher.
00:02:49: Wenn die Sonne draußen gut ist oder das Wetter gut ist dann hat das auch was für Menschen mit einer Depression für positive Auswirkungen?
00:02:56: Ja so Tage wie heute sind eigentlich Scheiße!
00:02:59: Ja
00:02:59: okay wenn es regnerisch ist, dann ist es auch innerlich ein bisschen regnerig.
00:03:02: Genau und dann wird der Tag schwieriger.
00:03:05: Sag mal warst du schon in einem Podcast?
00:03:06: hast du sowas gemacht wie hier?
00:03:08: Nein noch nie.
00:03:08: Noch gar nicht.
00:03:10: Ja, ich danke dir, dass du so offen bist.
00:03:12: Das ist natürlich ... Kommen wir gleich noch mal drüber zu sprechen auch mit Sicherheit irgendwie eine Überwindung sich jetzt nach außen zu wenden und den Leuten was von sich mitzuteilen.
00:03:23: aber ich dank dir jetzt schonmal das du so offen bist, dass wir darüber reden können und freue mich auf eine spannende Sendung.
00:03:28: Danke
00:03:29: Sven, wir starten immer mit einer Rubrik.
00:03:32: Die heißt Vitos Privat denn du bist ja Mitarbeiter bei Vitos und wir wollen natürlich ein bisschen von dir wissen und erfahren auch wo du herkommst.
00:03:39: viele Kollegen kennen dich vielleicht.
00:03:41: oder auch auf Vito Veranstaltungen bist du zugegen und man kennt dein Gesicht mal weiß aber so richtig gar nicht wo kommt er eigentlich hier?
00:03:47: was ist das eigentlich für eine Jung?
00:03:49: Und da wollen wir in der ersten Rubrik mal gemeinsam drüber sprechen In der folgenden Rubrik!
00:03:58: Ja Sven Äh, Frauen darf man nicht nach dem Alter fragen.
00:04:02: Aber dich darf ich nach einem Alter fragen?
00:04:04: Magst du uns mal sagen wie alt du bist?
00:04:07: Sechsundvierzig.
00:04:08: Du bist wo aufgewachsen?
00:04:10: Ich bin aufgewachsene Dorn und das kennen vielleicht einige bei Haslunde Herzlacke.
00:04:15: Und wie war so dein Aufwachsen?
00:04:17: also bist du ganz normal?
00:04:19: Hattet ihr ein Familienhaus, hast du Geschwister ...
00:04:21: Ja, ich hab drei Geschwisters alle Jünger, neun, sieben und fünfzehn Jahre jünger.
00:04:28: Ja, war sehr unbeschwert auf dem Dorf.
00:04:31: Hast du die klassische Laufbahn, dass du da erst in den Kindergarten gegangen bist und dann Grundschule gemacht hast?
00:04:36: oder wie war so dein Weg?
00:04:38: Genau!
00:04:38: Erst im Kindergaten der war ein Herzlacke und dann in der Grundschulendorf.
00:04:42: Und was hast du danach gemacht?
00:04:43: Bist du wahrscheinlich nach Haselünne zu weiterführenden Schule oder...?
00:04:47: Nee, nach Herzlacke zu weiterführenden
00:04:49: Schule... Ach okay, die ist da!
00:04:50: Was hast du dann gemacht, Abschluss gemacht und wie dann ins Berufleben gestartet?
00:04:55: Hauptschulabschluss gemacht BGJ-Bau hieß es damals noch gemacht und eine Maurerlehrer angefangen.
00:05:02: Ah, also ganz andere Richtung erst mal!
00:05:04: Und dann auch klassisch auf dem Bau gearbeitet und Häuser gemauert?
00:05:08: Ja, aber nicht lange.
00:05:09: Ich hab früh gemerkt, dass das nichts für mich ist.
00:05:11: Ach so
00:05:12: der Beruf jetzt!
00:05:13: Genau.
00:05:14: Wann damals das Thema Depressionen auch schon Thema für dich oder seit wann ist es in deinem Leben getreten?
00:05:20: Seit... ...Seit... ...Zwei-Tausend-Elf.
00:05:22: Ah
00:05:22: ja also wesentlich später doch erst.
00:05:24: Alles klar.
00:05:25: Okay, dann hast du auf dem Baugearbeitet aber gemerkt Das ist es nicht für mich.
00:05:30: Wie kam denn der Umspunk oder die Idee etwas anderes zu machen?
00:05:33: Äh,
00:05:34: durch den Zivilingsdamat.
00:05:35: Ah okay, musstest du noch machen?
00:05:36: Ja ja, dann hab ich hier beim FITUS weggemacht ... In der Tagesbildungsstätte hieß es damals ja noch.
00:05:41: Witzig!
00:05:42: Ich auch.
00:05:43: Da sind wir Brüder im Geiste genau.
00:05:44: Ich glaub auch, war auch in der Tagesbedingungstätte.
00:05:46: Und wo warst du da?
00:05:47: in der Grundstufe?
00:05:47: oder was hast du, weißt du das noch?
00:05:49: In der Mittelstupe.
00:05:51: Wir waren eine Außengruppe in einer hellen Kellerschule.
00:05:53: Ach ok, alles klar.
00:05:55: Das hat dir so gefallen, dass du gesagt hast, das möchte ich beruflich machen.
00:05:58: Genau.
00:06:00: Dann hast du was gemacht berufliche?
00:06:01: Also hast du eine Umschulung beantragt?
00:06:03: Nee, die hab ich leider nicht durchgekriegt.
00:06:06: Ich bin dann so wieder auf Schule gegangen.
00:06:07: Ach
00:06:07: so, alles klar!
00:06:08: Also die Heilerziehungspflege hier in Mätnung gemacht.
00:06:10: Alles klar und sag mal ... Dann hast du nach der Ausbildung direkt auch bei Vitos angefangen.
00:06:16: oder was hast du?
00:06:17: Nein... Die Zeiten waren ja noch ein bisschen was anderes.
00:06:20: Ja.
00:06:21: Ich habe erst in Feendorf im Kindergarten gearbeitet, dann bin ich zum Christophus weg rüber gewechselt, im Wohnheim für psychische Erkrante Danach nach Bersenbrück, Wohnheim für Autismus.
00:06:37: Dann hab ich mir eine dreijährige Auszeit gegönnt ...
00:06:39: Aufgrund deiner Erkrankung?
00:06:41: Ja auch!
00:06:42: Das war in Bad Bergen und das Wohnheim war sehr schwierig
00:06:47: vom Klientel.
00:06:48: Es war viel mit Aggressionen.
00:06:50: Und es ging so lange gut, solange das Privatleben lief.
00:06:55: Das einschneidende Erlebnis, was damals ausgelöst hat, war der Tod meiner Mutter.
00:06:59: von heute auf morgen War dann ein Jahr krank.
00:07:03: Hab's da noch mal wieder probiert, aber es hat nicht geklappt.
00:07:07: Wie lange bist du jetzt bei Vitos?
00:07:09: Acht Jahre!
00:07:10: Und du arbeitest seitdem auch ständig im Kompetenzfeld.
00:07:14: wohnen in der Masse-Nachtwache auch?
00:07:16: Genau.
00:07:17: Aber
00:07:17: da
00:07:18: können wir gleich nochmal drüber sprechen.
00:07:20: Mich interessiert natürlich noch ein bisschen deine Kindheit so... Was haste Hobbys früher gemacht?
00:07:25: Auf dem Dorf gab's nur Fußball.
00:07:27: Ach so, okay!
00:07:27: Und warst du auch aktiv in Doren?
00:07:29: In der Fußballmannschaft auch richtig?
00:07:31: Ja ich hab' auch ziemlich lange noch gespielt, ich glaube bis sechsunddreißig.
00:07:34: Oh
00:07:34: alles klar und ein bisschen guter Fußball darüber sagen, vielleicht für so eine Teken-Mannschaft.
00:07:38: Der klassische Verteidiger würde ich sagen.
00:07:40: Achso
00:07:40: ok
00:07:41: Nicht viel können aber zerstören
00:07:44: Weit und hoch genau Genau, sehr schön.
00:07:46: Sag mal, frag ich gerne diese Frage.
00:07:48: Hast du noch so rückblickend auf keine Kindheit?
00:07:51: So eine Erinnerung an irgendwie ein bestimmtes Essen was deine Großeltern oder deine Mutter oder was was ich gemacht hat wo du sagst Boah da erinnere ich mich immer gerne dran das war mach ich heute auch gerne.
00:08:03: also meine Oma da kann ich mich gut daran erinnern die hatte immer Brot in Milch eingeweicht und ich glaub dann gebraten aber ich krieg dass nicht mehr ganz voneinander.
00:08:11: ja ich esse es heute auch nicht mehr ich könnte's nicht machen
00:08:15: Ja, genau.
00:08:15: Aber das ist dir positiv in Erinnerung geblieben?
00:08:18: Es gibt auf Platt diesen Begriff Melksoppel könnte so was gewesen sein aber da waren auch Nudeln drin und es gibt so unterschiedlich mit Rosinen und was da alles so drin kam.
00:08:27: Kammerx-Tipp gibt es auch noch.
00:08:29: Witzig!
00:08:30: Sag mal wenn deine Eltern und Freunde dich heute ein bisschen einschätzen müssen, was für einen Typ bist du?
00:08:36: Was würden die sagen, was der Sven für ein Typ ist?
00:08:38: Also ich bin glaube ich für jeden Spaß zu haben.
00:08:41: Wenn man nicht wüsste, dass ich unter Depression leide, würde man das auch nicht erahnen.
00:08:45: Ein großes Mundwerk.
00:08:48: Oft ist der Mund schneller wie der Kopf hinterherkommt und ja ... Ich glaube so werde ich ziemlich eingeschätzt.
00:08:54: Kannst du sagen so was ist dir aktuell in deinem Leben besonders wichtig?
00:08:59: oder wofür nimmst du dir Zeit?
00:09:01: Musik!
00:09:02: Das heißt du machst selber Musik?
00:09:03: Nein, ich höre.
00:09:04: Ah hörst also bist du dann auch Konzertgänger, dass du auf oben erst und so gehst?
00:09:09: Ja Zwei bis drei Mal im Monat.
00:09:11: Ah,
00:09:11: zwei bis dreimal im Monats?
00:09:13: Oh, da bist du richtig aktiv!
00:09:15: Und was ist das für eine Musik?
00:09:16: Du siehst nicht nach Schlager aus wenn ich dir das mal sagen darf.
00:09:19: Da liege ich
00:09:20: auch nicht richtig oder?
00:09:20: Ja, Pan, Rock, Metal... Alles so in diesem Bereich.
00:09:24: Ah
00:09:24: ja okay und das ja in den letzten Jahren ne Menge hier im Amstand passiert aber fährst wahrscheinlich dann auch weiter, oder?
00:09:29: Auch umkreis anderthalb Stunden würde ich so ungefähr sein.
00:09:31: Achso auch
00:09:32: Osnabrück Münzau und so der ist ja auch eine relativ lebendige Szene.
00:09:35: doch man kann relativ viel sehen wenn man so anderthalb Stunden von Linken aus guckt.
00:09:41: Was gibt dir Musik?
00:09:42: So, was ist das?
00:09:43: Ich muss nicht denken!
00:09:44: Ah ja okay... Das heißt du lässt dich beschalen und kannst den Kopf aufschalten?
00:09:48: Ja wenn man das Leuten erklärt es ist sehr kompliziert.
00:09:53: also eigentlich mag ich's nicht unter vielen Menschen zu sein aber auf Konzerten ist es etwas komplett anderes.
00:09:59: das ist mir dann in dem Moment egal.
00:10:01: der Kopf denkt einfach nicht.
00:10:04: Es ist einfach ein Gefühl von Freiheit.
00:10:06: Und das hast du dann auch, wenn du dir zum Beispiel einen Kopfhörer aussetzt oder die Anlage zu Hause lautdrehst?
00:10:10: Ja, meine Nachbarn kennen das ja!
00:10:12: Naja
00:10:12: okay... Das ist klar.
00:10:15: Nun lebst du ja auch im Emsland.
00:10:17: bist du mal in deinem Leben auch woanders gewesen?
00:10:19: also warst du mal irgendwo dass du in einer größeren Stadt gelebt hast.
00:10:22: kennst du das oder bist du eher immer auf dem Land gewesen?
00:10:24: Ich bin von dort nach links gezogen.
00:10:25: ich finde das
00:10:26: ist schon ein bisschen größere
00:10:28: Stadt.
00:10:31: Auch diese Frage stelle ich fast jedem Gast, aber interessiert mich auch einfach.
00:10:35: Was glaubst du was die Menschen so mit dem Emsland verbindet?
00:10:38: Was ist das dass die an den Emslern schätzen?
00:10:40: vielleicht auch du selber wo du sagst Das schätze ich an dieser Region kannst du sagen
00:10:45: Also dass man hier wirklich seine Ruhe hat?
00:10:47: also es gibt so viele schöne Orte im Emslands und auch in Lingen ist jetzt nicht nur die Stadt Und das hat immer noch ein bisschen was vom Dorfleben.
00:10:57: Auch wenn man uns nachgesagt wird, dass wir sehr stur sind und es nicht leicht ist mit uns in Kontakt zu treten ... Ja, das schätze ich eigentlich sehr.
00:11:06: Sag mir mal eine Geschichte, was für eine Rolle spielen Freunde in deinem Leben?
00:11:11: Bist du das wichtig oder sagst du eher Einzelgänger so?
00:11:15: Nee, das ist einen schon wichtig.
00:11:18: Man muss dazu sagen, ich bin mit vierundzwanzig Vater geworden zu meinen Freunden nach Doha nennen, hab dann nach der Trennung und ... Nachdem ist mir endlich mal wieder ein bisschen besser gegen ... wieder Kontakt zu Freunden.
00:11:31: Zu meinem besten Freund von damals aufgenommen.
00:11:33: Und ich finde Freunde sind wichtig, aber es liegt nicht an der Anzahl.
00:11:37: Mhm.
00:11:38: Also ...
00:11:38: Sondern an der Qualität was du mit denen verbindest?
00:11:41: Genau!
00:11:41: Ja.
00:11:42: Haben die dir geholfen in deiner Erkrankung auch manchmal?
00:11:45: Ja, jemand aus Linkenschon.
00:11:48: Da kann ich heute noch mit ihm über alles reden Und er ist auch derjenige, der versteht, wenn man sagt ich will nicht.
00:11:56: Aber er ist derjenig, der irgendwann kommt und sagt du willst jetzt wohl?
00:11:59: Ja klar okay was ja vielleicht wichtig ist in bestimmten Phasen wo man ein zweischnadiges Schwert.
00:12:05: Genau aber ich brauche keine Angst haben zu sagen, ich fahre jetzt nach Hause mir wird halt alle zu viel Ich kann heute nicht, ich will heute nicht.
00:12:13: hab es probiert dann kommen da aber auch keine wie so Väter.
00:12:17: jetzt will der nicht.
00:12:19: Was bedeutet für dich die Arbeit?
00:12:21: Ich hab es gerade angesprochen in der Moderation.
00:12:24: Letztendlich hast du eine Erkrankung, seitdem du's hast mit dir herumträgst und gleichzeitig trägst du auch manche Last bei deiner Arbeit und hilfst Menschen Tagestruktur zu erleben und begleitest sie.
00:12:40: Das kann ja manchmal ein Spagat sein so oder was gibt ihr Arbeit?
00:12:44: Eigentlich ne Menge!
00:12:46: Es ist schon manchmal eine Herausforderung.
00:12:49: Ja, also wenn es gerade schwierige Phasen sind.
00:12:53: Es ist schon so dass man nur noch arbeitet oder zu Hause ist in manchen phasen grade Wenn's viel wird oder jemand krank ist und man viel einspringen muss oder möchte oder wie man sie jetzt auch net ausdrückt Dann ist es schon manchmal eine Herausforderung weil das privat leben ziehe ich dann komplett zurück.
00:13:09: ah okay Das heißt dann obfass du dir auch ein Stück weit für die arbeit auf und springst dann gerne ein
00:13:13: ja Wie gesagt, dann ist man viel zu Hause.
00:13:16: Dann will ich auch einfach nur alleine sein und will jemanden um mich rumzuhaben.
00:13:20: Ja,
00:13:20: so richtig!
00:13:20: Es wäre ein Danke bis hierher.
00:13:23: Danke für die Einblicke in dein Leben Und das wollen wir jetzt noch mal ein bisschen verfeinern allerdings durch einen kleinen Spiel.
00:13:29: Und zwar in folgender Rubrik Entweder oder Genau, ich geb dir zwei Begrifflichkeiten und du musst dich entscheiden für einen von der beiden.
00:13:41: Und dadurch lernen wir dich vielleicht noch mal ein bisschen näher kennen... ...und ich fange mal damit an dich zu fragen bist du ein ordentlicher oder eher ein chaotischer Mensch?
00:13:49: Chaotisch!
00:13:50: Ja?!
00:13:51: Wie sieht man das?
00:13:52: also bist du so jemanden der wenn er in die Wohnung kommt erstmal polover links eine Seite schmeißt und wo der Schreibtisch links und rechts auch ein bisschen überquält?
00:14:00: oder woran merkt man chaotisch?
00:14:02: Also wenn man meine Wohnung sauber sehen möchte, sollte man sich vorher anmelden.
00:14:08: Aber das ist ja gut mit dir dann ein Termin zu machen!
00:14:09: Dann hast du ja zumindest da den Antrieb auch die Wohnung mal aufzuräumen?
00:14:13: Genau ansonsten also mein Esszimmer-Tisch liegt eigentlich immer voll und Klamotten...
00:14:17: Ein Geniebeherrscht das
00:14:18: Chaos?!
00:14:19: Ja
00:14:21: Die nächste Frage ist vielleicht ein bisschen, hast du schon beantwortet.
00:14:24: Aber Musik oder Filme lieber?
00:14:26: Musik.
00:14:26: Musik ganz klar!
00:14:27: Bist du auch einen Filmkucker?
00:14:28: also bist du so Netflix und Co.. Also dass du sowas auch gerne guckst oder?
00:14:32: Nein
00:14:32: gar nicht so.
00:14:34: Nee also über Sky gucke ich ein paar Serien aber es sind immer dieselben.
00:14:38: Alles klar okay.
00:14:40: Bist Du online-mäßig unterwegs?
00:14:42: da wäre die Frage Instagram oder Facebook?
00:14:45: Facebook habe ich nicht und Instagram... Ja, bin ich schon unterwegs.
00:14:50: Aber WhatsApp oder so nutzt du dann doch.
00:14:53: Ich merke nicht so deinen Fable?
00:14:55: Nein, ich bin technisch eine Vollniete.
00:14:57: Ah
00:14:58: ja!
00:14:59: Gut aber das ist auch ne Erkenntnis.
00:15:02: Wenn Du die Wahl hättest und Du musst zu einem anderen Ort würdest Du da lieber den Zug wählen oder das Flugzeug?
00:15:07: Flugzeug.
00:15:08: Weil?
00:15:10: Ich in meinem Leben bis jetzt glaube ich Zug gefahren bin einmal alleine von Link nach Mappen und war froh dass ich angekommen bin.
00:15:18: Nicht so mein...
00:15:19: Negativ behaftet.
00:15:20: Genau, dann lieber Flugzeug!
00:15:22: Bist du eher ein Typ für Pizza oder Burger?
00:15:26: Beides.
00:15:27: Beides, machst du gerne.
00:15:28: Ja kann man ja schnell machen.
00:15:29: Ja das stimmt.
00:15:30: Bist Du denn ein guter Koch?
00:15:33: Nein.
00:15:33: Kochst Du selber gerne?
00:15:34: Nee also ich sage immer jetzt gibt es zwei Maschinen in meiner Küche dann kriege ich Schnapparm und wenn sie kaputt gehen das ist die Kaffeemaschine Und der Ehrfeuer.
00:15:44: Aber da kann man mittlerweile auch richtig schöne Sachen mitmachen
00:15:47: Kann man, aber man kann ganz viel warm
00:15:50: machen.
00:15:51: Auch gut!
00:15:53: Wenn du mal an die drei Mahlzeiten am Tag denkst ... Was ist da dein Fable?
00:15:57: Frühstück oder Abendessen?
00:15:59: Abendessen...
00:16:00: Ist du abends auch warm oder bist eher der Stullenschmierer?
00:16:04: Nee ich esse immer abends warm weil aufgrund der Arbeit fällt Mittags eigentlich immer aus.
00:16:10: Alles klar, weil dann nach der Nachtschicht in
00:16:13: den Bett gehts.
00:16:14: Bist du ein Optimist oder ein Pessimist?
00:16:18: Das liegt gerade wie die Stimmung ist.
00:16:20: Tatsächlich verändert sich das, also wenn ich sag mal ... Wenn du depressive Schübe hattest oder hast, ist es tatsächlich auch so dass man insgesamt auf Fragen vielleicht pessimistisch reagiert?
00:16:31: Ja!
00:16:32: Es ist genauso und man denkt Dinge dann einfach kaputt.
00:16:35: Wenn man da im klaren Kopf drüber nachdenkt, ist man sich bewusst, dass es völliger Schwachsinn ist.
00:16:39: aber man denkt über eine Frage- oder Situation stundenlang nach Egal, wie banal sie auch ist.
00:16:46: Das ist ja das was einen gerade fertig macht.
00:16:48: Wenn ich mir was in den Korb setze dann kann es auch ganz schnell gehen.
00:16:51: Ja also wenn ich irgendwas bauen kann oder mir da eine Idee kommt die setzt sich schon relativ fix um.
00:16:59: Sag mal was bist du für ein Freak?
00:17:01: eher der Typ Schokolade?
00:17:03: Oder lieber Chips?
00:17:04: Oh beides
00:17:05: Beides auch Ich
00:17:06: darf nicht auf Vorrat kaufen.
00:17:07: Nee ehrlich!
00:17:07: Dann ist das weg.
00:17:08: Du bist auch nicht derjenige der nur ein Stück Schokolad nehmen kann oder zwei Chips Sondern wenn die Tüten auf sind.
00:17:14: Aber eine Paar wird sehr doch so ein Stück.
00:17:16: So, sehe ich auch so.
00:17:17: da sind wir ja auch beieinander das sehe ich genauso.
00:17:20: aber es gibt ja diese Leute die das können.
00:17:22: Ne was da ist muss weg?
00:17:23: Sehr gut Urlaub.
00:17:25: Thema Urlaub.
00:17:26: bist du eher einen Typ für die Berge oder eher einer fürs Meer?
00:17:29: Fürs Meer Ja
00:17:31: Fährst du gerne in den Urlaub oder bist du da auch eher so?
00:17:33: mein Garten
00:17:34: Wie gesagt nach der Trennung bin ich dann angefangen auf Festival zu fahren.
00:17:38: deswegen besieht sich mein Urlaub Die Sommerplanung eigentlich auf Festivals.
00:17:41: Auf Festivals, ja aber ist ja auch quer durch Deutschland fahren dann das hat ja auch was.
00:17:45: Ja man bleibt schon im Norden.
00:17:47: Ja sehr gut.
00:17:48: Bist du ein Herz oder einen Kopfmensch?
00:17:50: Kopf!
00:17:51: Absolut ja hab ich mir ja schon gedacht wo du sagst lange auch überlegen genau.
00:17:56: Dann abschließt nochmal die Frage bist so ein Typ so wenn du auf einer Feier bist wo du gesagt hast dass du eigentlich ungern unter Menschen bist?
00:18:04: aber nehmen wir mal an es ist eine feier bis so ein typ dir auch mal tanzt oder singst du
00:18:08: lieber?
00:18:09: Ich tanze gar nicht, weil ich es auch nicht kann.
00:18:11: Also ich habe zwei Tanzkurse gemacht und ja... Es klappt überhaupt nicht!
00:18:16: Aber wenn ich singen würde wäre keiner mehr da.
00:18:18: Auch
00:18:18: nicht?
00:18:19: Beides
00:18:19: nicht?!
00:18:20: Nee, dann stellt der Beobachter von hinten.
00:18:24: Ja sehr gut aber auf das muss sein.
00:18:26: Und man braucht natürlich auch bei den Konzerten die Nikke, die vorne eine Wand so ein bisschen... Kennst du die, die einfach sich das still genießen Den Bass mit wippeln.
00:18:36: Das hier wieder was anderes?
00:18:37: Ja,
00:18:37: da bist du der Wipper!
00:18:38: Nee, da geh ich auch mal vorne rein.
00:18:39: Ehrlich
00:18:40: das machst du auch.
00:18:40: Ah ja sehr gut.
00:18:41: Solange es ohne Schnapparmung klappt... doch, das mache ich wohl mit.
00:18:45: Darf
00:18:45: ich das fragen?
00:18:46: Hast du bei Konzerten noch Platzangst?
00:18:47: Also dann hast du kein Problem mit.
00:18:49: Genau weil das ist ja teilweise oft sehr eng auch.
00:18:52: Aber das ist nicht dein Thema.
00:18:53: Nein nein, da habe ich Gott sei Dank keine Probleme mehr.
00:18:56: Sehr
00:18:56: gut Sven, vielen Dank auch für diese Rubrik.
00:18:59: Da haben wir ein bisschen mehr Einblick bekommen und jetzt geht es im Grunde noch schon zur Sache.
00:19:03: Wir wollen uns über das Thema Depressionen unterhalten Und das in der kommenden Rubrik
00:19:10: Nachgefragt.
00:19:12: Ja Sven unser Thema ist Depression.
00:19:15: Ich will noch mal ein bisschen einführend das Thema in den Blick nehmen und da Richtung Weltgesundheitsorganisationen schauen.
00:19:23: Die WHO beschreibt Depression als eine Art psychische Erkrankung, die durch anhaltende Traurigkeit, Interessensverlust und eine verminderte Fähigkeit gekennzeichnet ist, den Alltag zu gewältigen und eine Tagesstruktur durchzusehen.
00:19:39: Typisch sind Symptome wie Erschöpfung Ein Schuldgefühl, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme oder sogar Hoffnungslosigkeit.
00:19:48: Entscheidend ist aber dabei, dass diese Beschwerden nicht nur im kurzen Zeitraum einnehmen sondern eigentlich länger gehen als vierzehn Tage und das Leben eben deutlich beeinträchtigen.
00:19:59: Wenn wir mal so in dein Leben reinschauen wie hat sich diese Depression bei dir angekündigt?
00:20:05: Wo hast du an welchem Punkt gemerkt?
00:20:07: hier stimmt irgendwas.
00:20:10: Also nach dem Tod meiner Mutter, der wie gesagt von heute auf morgen gekommen ist.
00:20:14: Dann erst mal die Beerdigung überstanden und alles ... Bei der Arbeit ist es dann aufgefallen.
00:20:19: Mein Kollege nahm mich irgendwann zur Seite.
00:20:21: Ich hab Dinge angefangen, bin vom einen zum anderen gesprungen.
00:20:25: War überhaupt nicht mit im Kopf da.
00:20:27: Bin dann zum Hausarzt, den ich weitergewiesen hatte an Haselin in Psychiatrie.
00:20:32: Hab's damit Medikamente probiert was dann stellenweise dazu geführt hat dass ich noch schlapper war, einfach nicht mehr abgeschossen.
00:20:40: Darf ich dich fragen?
00:20:41: Also das, was ich gerade vorgelesen hab von der WHO beschreibt so einen Zustand.
00:20:46: Hast du auch gemerkt ... Du hast es ja mit dem Tod deiner Mutter verbunden.
00:20:50: Das ist eine tiefe Traurigkeit oder eine Perspektivlosigkeit.
00:20:55: Oder war das ein Gedankenkreisen?
00:20:58: Was war das nachdem dich dein Arbeitskollege angesprochen hat und gesagt hat, was ist los mit dir?
00:21:02: Hast du das selber gespürt oder nicht so viel wahrgenommen?
00:21:04: Ich
00:21:05: habe's gar nicht wahrgenommen.
00:21:06: Ah okay!
00:21:07: Und
00:21:07: wollte er's lange nicht wahrnehmen?
00:21:09: Aber war das für dich so, hast du es sofort mit dem Tod deiner Mutter in Verbindung gebracht oder zum damaligen Zeitpunkt erst noch gar nicht?
00:21:16: Nee.
00:21:16: Zum nachhinein wenn man darüber nachdenkt und es gibt ja irgendeinen Auslöser.
00:21:23: Also es wird auch gesagt dass viele Menschen die Krankheit in sich haben aber der Auslöser einfach nicht kommt
00:21:30: Sag mal, und hast du denn wenn du jetzt rückblickend auf die Zeitschaus hast?
00:21:35: Könntest du sagen ja okay da hat sich mein Leben also natürlich nicht nur durch den Fall sondern auch vom Tagesablauf verändert.
00:21:41: Hast du gemerkt dass du länger im Bett bleibst das irgendwie dich auch länger mit Fragen beschäftigst und über die nachdenkst?
00:21:50: Kannst du das irgendwie einschätzen?
00:21:51: Dass ich länger bei Fragen nachdenke Ja aber das andere nicht weil ich den relativ schnell gemerkt habe Wenn man ganz viel arbeitet dann kann man nicht denken
00:22:00: Ah, okay.
00:22:00: Du hast also praktisch ähnlich wie du jetzt sagst, wenn ich Musik höre, brauche ich nicht nachdenken?
00:22:05: Hast du die Arbeit für dich damals genommen um der Bearbeitung von Fragen aus dem Weg zu gehen?
00:22:11: Genau!
00:22:12: Also ich habe dann viel mit den Kindern gemacht oder war eine Werkstatt, ich hab immer schon viel gebastelt... Also einen ruhigen Sonntag aufm Sofa...
00:22:20: Gab's nicht.
00:22:21: Nee weil ich es nicht wollte.
00:22:23: Und sag mal ist dir das komisch vorgekommen damals?
00:22:26: Also ich hatte ja immer wieder Phasen dazwischen, die dann schlechter waren.
00:22:30: Aber ich hab nie diesen Schritt gewagt wie Vierundzwanzig dann wirklich mal ins Krankenhaus zu gehen.
00:22:36: Den hätte ich viel früher machen müssen.
00:22:39: Kannst du mal erzählen, wie fühlt sich ein depressiver Tag für dich an?
00:22:47: Man merkt es oft schon beim Aufstehen, dass es ein schlechter Tag wird.
00:22:50: Woran machst du das fest?
00:22:52: Man ist einfach schlecht zufrieden und hat Lust auf nix ... Man bleibt ein bisschen länger liegen im Bett, je nachdem was man dann auch an Terminen hat.
00:23:02: Aber es zieht sich dahin.
00:23:03: die Stimmung ist einfach Scheiße.
00:23:05: Also dunkel wie du das beschrieben bist?
00:23:07: Das ist eine ganz dunkle Phase da.
00:23:09: Ja ja und dann fängt man an über Dinge nachzudenken oder setzt sich vom Fernseher hin und denkt du kannst auch aufräumen aber kannst vielleicht doch die nächsten drei Wochen machen und lässt es dann einfach liegen.
00:23:21: Sag mal, dein Kollege hat dich darauf aufmerksam gemacht und gesagt ihr stimmt fast nicht.
00:23:25: Konntest du das annehmen damals oder hast du das weggeführt?
00:23:27: Nein.
00:23:28: Du stellst sich auch an irgendwie was ...
00:23:31: Also genau wissen tu ich's nicht mehr.
00:23:33: aber also ich denke nein so richtig nicht weil ich mich wie gesagt erst vierundzwanzig komplett damit auseinandergesetzt hab nachdem dieser ganz große Knall gekommen ist.
00:23:43: Du hast erzählt du warst dann eben im Krankenhaus da stimmte das Match nicht mit dem Arzt.
00:23:50: Wie bist du dann weitergegangen?
00:23:51: Also, wie hast du dann erstmal versucht das selber in den Griff zu kriegen?
00:23:54: dadurch dass du gesagt hast okay ich arbeite viel merke dann.
00:23:56: Ich denke nicht so viel nach Das ist es für mich
00:23:59: Genau.
00:23:59: und dann wurde ich immer wieder darauf hingewiesen dass meine Laune einfach unerträglich werden von meiner Ex-Frau.
00:24:04: Und bin dann auch wieder zum Hausarzt der mich dann erst mal krankgeschrieben hatte mit man rauskommt Und mich da eine Haseline zu Pierre verwiesen hat
00:24:13: Was ist PIA, oder ist das eine Maßnahme?
00:24:15: Psychologische
00:24:16: Institutsambulanz.
00:24:17: Ah okay
00:24:18: alles klar!
00:24:19: Und da haben die ... also ich sag mal wie war denn dieser Zeitpunkt als man dir gesagt hat naja wir glauben du hast eine Depression.
00:24:26: Wolltest du das wahrhaben?
00:24:28: Scheiße!
00:24:30: Aber konntest du es annehmen?
00:24:31: oder?
00:24:31: ich kann mir ja vorstellen... Es gibt ja oftmals so im Leben Situation wo man denkt Ja klar jetzt bist du hier psychisch krank.
00:24:38: was wollt ihr mehr hier anficken?
00:24:40: Also
00:24:41: schon schwer weil man ja auch nicht weiß, wie die Außenwelt reagiert.
00:24:44: Es wird ja ganz negativ behaftet, weil es immer dieses klassische Bild ist, dass jemand dort liegt und einfach nichts mehr macht was so im Prinzip gar nicht stimmt.
00:24:52: also es gibt natürlich in einer richtig schlechten Phase ohne Behandlungen und Tabletten.
00:24:58: von heute auf morgen absetzen fällt man da rein.
00:25:01: aber das ist ja nicht so, dass es dauerhaft so ist.
00:25:03: Wie gesagt, man muss sich irgendwann damit auseinandersetzen, seitdem ich im Krankenhaus gewesen bin Erkenne ich viel früher die Anzeichen und kann viel früher dagegen steuern.
00:25:13: Mit deiner Erfahrung, die du jetzt gesammelt hast in all den Jahren, würdest du rückblickend sagen, Mensch hätte ich mich doch eher an die richtigen Stellen gewandt?
00:25:22: Ja!
00:25:22: Ich
00:25:22: hätte
00:25:23: viel früher ins Krankenhaus gehen müssen.
00:25:24: Und auf wen hast du in dem Moment nicht vertraut oder nicht gehört?
00:25:29: Gibt es sowas?
00:25:29: Oder sagst du einfach das ist eher der innere Hund, der einem dann sagt so dieses positive Teufelchen und das negative Ach, die reden doch alle nur.
00:25:39: Oder wie war das?
00:25:41: Man kriegt natürlich schon einen Stempel auf.
00:25:43: Wenn man sich in die Zykratrie einweisen lässt, kriegt man auch einen negativen Stempeln von der Außenwelt.
00:25:50: Das wäre jetzt meine nächste Frage so ... Wie reagieren denn Menschen oder auch im Umfeld auf diese Ansage, ey, der ist psychisch krank und selbst damit umzugehen?
00:26:00: Entwicklung auch bei deinem umfeld festgestellt?
00:26:03: also haben die gesagt ja mensch okay kommen da gehen wir durch.
00:26:05: oder auch Die erfahrung gesammelt dass dich der leute links liegen lassen und sagen
00:26:09: Nee einige wissens wissen es noch nicht mal
00:26:11: bis heute nicht.
00:26:12: Nein, weil warum soll ich da?
00:26:15: Also ich habe kein schild vom kopf.
00:26:17: klar muss ja auch nicht.
00:26:19: Es ist schon so das ich mich schon an also zu verkehrten Personen geöffnet habe Wo ich nachgedacht hab es hätte besser sein lassen sollen.
00:26:27: Ja es ist der innere hund dieses.
00:26:29: Jetzt bist du da, toll.
00:26:31: Fidi war kannst du nicht sinken?
00:26:32: Ja
00:26:32: okay.
00:26:33: Also ich war ja auch einen Tag auf der Sechs ...
00:26:35: Was ist die Sechs?
00:26:36: Die geschlossene
00:26:37: Abteilung, weil du dir auch was antun wolltest?
00:26:40: Kannst du diesen Moment beschreiben... also was war das für ein Moment zu sagen Das Leben ist für mich ausweglos Feierabend?
00:26:47: Das war ein schleichender Prozess.
00:26:50: Richtig dahinter gekommen bin ich eigentlich nur weil ich drauf angesprochen bin, was ich mit den Sachen davor hätte.
00:26:55: Ahja, was sind die Sachen?
00:26:57: um's dann einfach zu beenden.
00:26:59: Die Vorbereitung hatte ich getroffen, und dann kam der große ...
00:27:04: Nee!
00:27:04: Hab
00:27:05: ich meinen Sohn gebeten, dass er bei mir schläft?
00:27:07: Also, der weiß das nicht oder wusste es an dem in der Nacht nicht und bin dann anderen Tag zum Hausarzt und hab gesagt, ich muss da jetzt hin.
00:27:16: Und bin dann zu meinem jetzigen Arzt, der einen ersten Gespräch geführt hat, und der sagte dann, wir weisen dich sofort ein, du kommst aber erst auf die
00:27:24: Geschlossene.".
00:27:26: Kannst du sagen, was das war?
00:27:28: Dass dir das positive Engelchen sagt.
00:27:30: Mach nicht!
00:27:31: Glaubt, dass war der Gedanke an meine Kinder.
00:27:34: Ist es dir damals schwergefallen Hilfe zu holen oder ist es dann auch aus so einer Notsituation heraus, dass man sich einfach Hilfe holt?
00:27:41: Oder war das für dich ein schwieriger Gang den ersten Schritt zu machen?
00:27:44: Der war schon schwierig ganz am Anfang wie gesagt weil es einfach dieser negatives Stempel hier überein herrscht.
00:27:51: So jetzt bist du zügig krank jetzt brauchst du doch nicht mehr arbeiten die Welt geht zu Ende.
00:27:56: Der nächste Platz ist das Wohnheim.
00:27:57: Ja, und gab es aber auch diesen Anteil der Hoffnung in dir zu sagen?
00:28:01: Naja vielleicht habe ich ja auch Glück und mir wird geholfen.
00:28:05: oder
00:28:05: überwiegt da erst mal diese Überwiegend die dunklen Gedanken.
00:28:08: Die
00:28:08: Dunklen Gedanken überwiegender, ja.
00:28:09: also wie gesagt im Laufe der Zeit im Krankenhaus hab' ich dann bemerkt dass doch, dass die Hilfe da nicht mehr was bringt.
00:28:17: Man muss dann auch immer zweiseitig gucken.
00:28:19: Die Psychologin im Krankenhaus war gerade von der Ausbildung fertig.
00:28:23: Und ich hatte nach einem offenen Gespräch mit ihr, wo ich gesagt hab ... Ich kann Ihnen noch erzählen was ich will!
00:28:28: Sie wissen doch gar nicht wovon ich hier grade rede?
00:28:30: Die danach ehrlicherweise zugegeben hat, sagste ja die Theorie kenn' ich, die Praxis nicht und wir haben da dann ganz lange über.
00:28:36: das war ein ganz tolles Gespräch.
00:28:39: Wenn du oder wenn unsere Sendung jetzt Personen hören, die vielleicht ähnliche Erfahrungen gerade machen, die merken, ich komm morgen schwieriger aus dem Bett, ich habe sehr negative Gedanken Was kannst du damit auf den Weg geben?
00:28:50: So zu sagen, ey Leute.
00:28:53: Es lohnt sich oder geht diesen Schritt.
00:28:54: was ist es wo du sagst aus deiner Erfahrung heraus eigentlich hast du ja gesagt hab ich da viel zu lange mit gewartet?
00:29:00: so
00:29:01: Ja also viel früher zum Arzt gehen was hier mittlerweile auch genug Menschen machen wo dann das Problem ist dass ihr halt einfach keine Plätze bekommt
00:29:08: klar
00:29:10: und dann dem Mut verlieren dann das weiterzumachen aber auf jeden Fall sonst zum Hausarzt gehen.
00:29:16: Also ich glaube, das können wir hier schon mal sagen.
00:29:17: Wichtig ist der erste Schritt immer vielleicht über ein Hausarzt machen.
00:29:21: Es gibt die Telefonseelsorge.
00:29:22: Das ist eine deutschlandweit aktive Nummer.
00:29:24: auch da kann man sicherlich mal anrufen wenn es einem nicht gut geht.
00:29:28: Das sind geschulte Helfer, die eben am Telefon sind und auch vielleicht in akuten Phasen oder dann offenes Ohr haben für dieses Thema?
00:29:37: Es gibt unterschiedliche Beratungsstellen, psychosoziale Beratung stellen aber wie du dann eben auch sagst psychologische Beratungen stellen Ja klar, dann ist aber die Diagnose wichtig und oftmals.
00:29:47: Das muss man leider heute in Deutschland so sagen sind die Wege sehr lang bis man eben A entweder einen Therapieplatz bekommt oder auch ein Gespräch.
00:29:53: Aber man is trotzdem nicht alleine.
00:29:55: Du hast ja gerade auch gesagt dass du zum Beispiel einen Freund in Lingen hast an mit dem du über alles reden kannst.
00:30:01: Ist es wichtig sich an Freunde wenden zu können?
00:30:03: Oder mit Freunden diese Erkrankung grad in der Anfangsphase zu teilen Und das auch öffentlich zu machen?
00:30:09: Ja dann hat man immer jemandem zum Reden.
00:30:11: Also ich habe auch mit vielen gesprochen die erkrankt sind.
00:30:15: Der Weg daheim, dass die Person ... Die sieht es ja einfach nicht ein!
00:30:19: Es braucht unwahrscheinlich viel Geduld und Ruhe.
00:30:22: Es muss eine Person sein, die dir wichtig ist.
00:30:24: In depressiven Phasen, Personen, die ich nicht mag, die mag ich erst recht nicht.
00:30:28: Ja
00:30:28: okay...
00:30:28: Also das ist unwahrscheinlich schwierig.
00:30:32: Das
00:30:32: heißt, da wo's eh schon hellgrau bis dunkel ist wirds noch dunkler?
00:30:36: Und macht das nicht besser?
00:30:37: dann in der
00:30:38: Phase?
00:30:38: Genau, es macht das überhaupt nicht besser.
00:30:40: Unwahrscheinlich für Ruhe Und die Dinge dann drei Zimmer durchsprechen.
00:30:45: Also einmal mehr sagen und reden als einmal zu wenig?
00:30:48: Ja, und auch froh sein über kleine Sachen.
00:30:51: also nehmen wir das Beispiel aufräumen.
00:30:53: man fängt an zu schaffultern.
00:30:54: wie scheiße dass er aussieht.
00:30:55: es ist der vollkommende verkehrte mich weil da macht er dicht versucht man zum gespräch in aller Ruhe ja wollen wir nicht mal ein bisschen?
00:31:02: oder kannst du dir vorstellen eventuell die ships tüte wegzubringen?
00:31:06: wenn das der anfangen ist
00:31:07: dann ist viel erreicht.
00:31:08: genau mit zwang bringt gar nichts.
00:31:12: Sag mal, wenn du jetzt zurückblickend noch mal darauf schaust oder so.
00:31:14: Wie hat die Erkrankung Depression deinen Alltag verändert?
00:31:19: Wenn wir auf das Thema nochmal Arbeit beziehungen ... Vielleicht auch dein Selbstbild.
00:31:24: Gehst du anders mit dir um seitdem du weißt, dass du da ...
00:31:28: Nein also mit mir nicht.
00:31:30: Viele Depressive kümmern sich ja auch unwahrscheinlich stark um andere und vernachlässigen sich selber.
00:31:36: Ja man selber ist einem eigentlich nichts wert um es jetzt einfach mal einen Punkt zu bringen.
00:31:41: Und das verändert sich auch nicht?
00:31:43: Nein, man fühlt sich auch als der schrecklichste Mensch der Welt.
00:31:47: Ich verstehe dass du bist jetzt medikamentös eingestellt.
00:31:50: ist das richtig?
00:31:51: und du bist gut eingestellt.
00:31:53: oder sagst du naja es gibt trotzdem diese dunklen Phasen bleiben immer so ein auf und ab.
00:31:58: bleibt das so?
00:31:59: oder ist das so dass man sagen kann jetzt du bist Gut eingesteldet und bist da gut im Fluss?
00:32:03: Nee die bleiben immer.
00:32:04: Also das wird auch so bleiben, solange ich lebe.
00:32:07: Da muss ich mir gar keine Gedanken drum machen.
00:32:11: Damit habe ich mich auseinander abgefunden.
00:32:14: Was machen Medikamente an der Stelle?
00:32:16: Man wird vom Grunde einigen positiverer Mensch je mehr die Medikamente wirken.
00:32:21: Problematisch ist es ein bisschen ... viele haben extreme Nebenwirkungen.
00:32:26: Es ist manchmal eine Frage zwischen Pest und Kollera.
00:32:29: Bei mir ist es so gewesen.
00:32:30: Ich nehme Vendlerflexin Und das hat die ersten sechs bis acht Wochen erhebliche Übelkeit.
00:32:38: Also wir reden davon, dass ich wirklich nichts essen kann.
00:32:41: Da muss man dann essen wenn einem grade mal nicht schlecht ist.
00:32:44: Aber es hat eben oft positiv dein Leben beeinflusst?
00:32:46: Ja genau!
00:32:48: Ich hab's dann probiert und es wird dann besser.
00:32:50: und jetzt bin ich auch ... Ich
00:32:52: habe
00:32:53: keinerlei Nebenwirkungen mehr.
00:32:55: Sag mal... Grundsätzlich ist das bei vielen Medikamenten, die Depression behandeln so.
00:33:00: Dass es einfach eine Einstiegsphase braucht.
00:33:02: Die Leute denken heute Morgen zum Arzt eine Pille und heute Abend ist das besser?
00:33:07: Das ist nicht der Fall!
00:33:08: Die meisten haben echt ne lange Dauer bis das erst mal überhaupt greift,
00:33:12: richtig?!
00:33:12: Ja aber auch da... Also ich hatte es vorher schonmal genommen, während der Flexin bevor ich ins Krankenhaus gegangen bin und wollte's dann wiederhaben.
00:33:20: Der Oberarzt war, er sagte immer wir sind Kollegen, ich sag' nee, ich hab mich mal studiert.
00:33:25: Ich kriegte meinen Willen daran, weil ich wusste, dass es mir nach besser geht und habe da ja auch viele Gespräche geführt.
00:33:31: Also das ist schon ein Unterschied ob man das ambulant neues Medikament nimmt oder ob man ins Stationär geht und es dort nimmt.
00:33:39: Weil ambulant ist oft das Problem, dass man ganz gering anfängt dann dauert die Wirkung
00:33:44: noch länger zwei
00:33:45: drei Wochen und dass man einfach nicht reagieren kann wenn irgendwelche Nebenwirkungen sind oder Unfallställigkeiten im Krankenhaus.
00:33:53: Das ist schon was anderes, aber ich hab den Mitpatienten auch mal gesagt, mach das doch!
00:33:58: Ja du bist in einem klinischen Kontext ... Genau.
00:34:00: Wenn du wo gut aufgehoben bist dann gerade da?
00:34:03: Genau es gehen aber auch viele Leute genau mit dieser Absicht innen das Krankenhaus.
00:34:06: also die gehen rein melden sich an kommen ja kriege jetzt meine Tabletten dann kann ich wieder gehen.
00:34:15: Es ist schon ein bisschen problematisch, was diese Geschichte angeht.
00:34:18: Aber ich würde es auf jeden Fall immer wieder machen oder immer wieder probieren.
00:34:20: Das muss jeder für sich selbst entscheiden!
00:34:23: Was man hört ist eine Erkrankung, wo ich eben nicht hingehen kann und sage gib mir mal eine Halsschmerz-Tablette und dann ist das heute Abend im Griff sondern... Nein Ich muss viel Zeit mitbringen, ich muss viel Reflektionsvermögen mitbringen also möglichst viel reden.
00:34:36: Ich muss bereit sein, auch auf mein Leben zu schauen und nach Themen zu gucken.
00:34:41: Gab es Auslöser?
00:34:43: Weil das ja bestimmt dann auch so eine Gesprächstherapie beeinflusst.
00:34:47: Wie ist der Austausch untereinander Sven?
00:34:49: also ich sag mal da hast du dann ja auch Personen die auch Depressionen hatten.
00:34:53: hilft dir da das Gespräch mit diesen Personen, die eben vielleicht aus ein bisschen nachfühlen können was du hast?
00:34:59: Ja also ich hatte eine super Truppe im Krankenhaus.
00:35:03: Ich habe mich mit einer Mitpatientin sehr gut verstanden.
00:35:06: Wir sind unwahrscheinlich viel spazieren gegangen und haben geredet, und man konnte dann auch das war so das erst mal dass man einfach richtig offen reden konnte weil derjenige wusste was mit einem los ist.
00:35:16: Nee nee das hilft schon natürlich.
00:35:18: Ich würde gerne nochmal ergänzen, das hatte ich mir nämlich noch mal aufgeschrieben.
00:35:21: Ich habe ja gesagt Telefonseelsorge da würde ich noch mal eben gerne die Nummer bekannt geben.
00:35:26: auch Das ist die Null-Achthundert dreimal Die Eins Null und nochmal Dreimal Die eins also Null.
00:35:31: Achthunderteins Eins Eins Eins Nulleinzeins Eins Oder dieselbe Nummer Nullachthundert Eins Eins Uns Null Zwei Zwei zwei Also Da Einfach Mal Anrufen Und Kontaktherstellen.
00:35:45: Ansonsten gibt es auch die sozialpsychiatrischen Dienste, hier zum Beispiel beim Landkreis Emsland auch, die auch kostenlose Beratung bei psychischen Krisen oder Erkrankungen anbieten und daneben gibt es mittlerweile auch eine Vielzahl an Online-Beratungsstellen, Apps, die sicherlich weiterhelfen können und Selbsthilfegruppen.
00:36:04: Bist du in der Selbsthilfegruppe aktiv?
00:36:06: Nein nicht!
00:36:07: Ich habe schon öfter darüber nachgedacht.
00:36:09: aber das eine ist morgen und laufen... Seitdem ich nie mehr Fußerspiele, Sport nicht mehr so meint.
00:36:15: Ja auch aufgrund der Schichtdienstes ist die Termine sind abends ja dann kommt man hin und wieder mal dass es vielleicht auch nicht so das Richtige.
00:36:22: Jetzt will
00:36:23: ich gerne darauf noch mal zurückkommen, weil das Thema Sport oder Bewegung frische Luft all diese Themen nehmen in den letzten Jahren ja immer größeren Stellenwert ein.
00:36:32: Dass insbesondere gesagt wird wenn man eine psychische Erkrankung hat oder eine Depression dass das Ganze natürlich positiv beeinflussen kann.
00:36:42: also positive Gedanken.
00:36:45: auch mal einen Spaziergang an der frischen luft wenn es geht sogar regelmäßig.
00:36:50: Hast du das bestätigen und konntest du es in dein Leben einbinden?
00:36:56: Nein, das ist schon so.
00:36:57: Das hilft natürlich.
00:36:59: Aber ich bin viel im Gartenzugange unter einem Werkelen, also kriege ich genug frische Luft ... Nein, aber generell hilft das.
00:37:06: Du brauchst auch eine Ablenkung.
00:37:08: Ich höre ja auch, dass Depressionen diesen Charakter haben zu lämen, praktisch auch das Leben auszubrennen.
00:37:16: Eigentlich eher, den Körper einzufordern.
00:37:18: Bleibt doch liegen, bleibt im Bett.
00:37:20: Lass die Schalosie runter ... Es ist doch so schön dunkel alles und eigentlich das Gegenteil ist der Fall.
00:37:28: sozusagen du musst das auch mit eigenen Mitteln schlagen ein bisschen?
00:37:32: Ja also ich hab als Beispiel, jetzt habe ich einen Terrassen-Dach gebaut zu Hause und also ich merke, hab schon gemerkt in welcher Phase ich gerade bin weil Bin schon aufgestanden und hatte auch Arbeitsklamotten an.
00:37:44: Aber das kann durchaus sein, dass es Tage gab wo ich drei Bretter geschnitten hab und andere Zeit habe ich da gesetzt und Musik gehört.
00:37:51: also das lämnt schon ja.
00:37:53: deswegen sage ich hier auch wie mit dem losgehen du brauchst dann schon jemanden der irgendwann sagt nein ich schleppe dich jetzt mit um wenn's nur eine Stunde ist dann ist gut.
00:38:02: also es ist schon so dass man ansonsten würde Mann vereinsam.
00:38:07: Sven, an dich die Frage.
00:38:08: Jetzt sitzt du hier vor dem Mikrofon und berichtest so sehr offen über dein Leben?
00:38:11: Warum machst du das?
00:38:12: Um andere Mut zu machen, dass sie sich Hilfe holen ... Ja!
00:38:16: Und auch dranbleiben.
00:38:17: Und vielleicht auch an Betroffene... Weil oft geht er noch draußen, macht doch Sport.
00:38:21: Das sind Sätze da könnt ihr's da auch so egal wer es sagt.
00:38:24: Den könnt ihr an liebsten was ... ja.
00:38:26: Das ist ja gerade das Problem der Sache, dass das eben nicht geht.
00:38:29: Also das kann ich mir vorstellen, dass dies auch grade schwierig ist glaube ich beim Einstieg.
00:38:34: Ich komme nicht aus dem Bett, ich kriege Dinge nicht zu Ende.
00:38:37: Jetzt stell dich doch nicht so an!
00:38:38: Das kann auch nicht schwierig sein oder?
00:38:42: Ja
00:38:42: ja und wenn man dann eine Partnerin hat oder ähnliches die da jetzt kein Verständnis für hat Dann gibt es immer wieder Ärger und das verschlimmert das ganze nur.
00:38:52: also die tatsache dass man das hat ist schlimm genug.
00:38:56: Ich kann auch den Ärger verstehen von diesem Person, aber es hilft einfach nichts.
00:38:59: Da kannst du ja auch gegen eine Wand stellen und das kommt auf selbe
00:39:01: hinaus.".
00:39:02: Also es geht darum mit diesen Leuten einfach ein Verständnis zu entwickeln sie ernst zunehmen und dann vielleicht im besten Falle sogar zu begleiten und anzusprechen und zu sagen Mensch mir fällt auf das und guckt doch mal ob dir nicht geholfen werden kann?
00:39:18: Ja also bei mir ist das Hilfsmittel wenn ich merke dass es ganz durcheinandergeht sind ja Zell Zudulisten,
00:39:26: die
00:39:26: man offensichtlich irgendwo hinlegt.
00:39:28: Struktur!
00:39:29: Und wie gesagt versuchen Menschenmengen oder beim Einkaufen in schlechteren Phasen habe ich das wenn Leute irgendwo reden hat man das Gefühl dass man es auf sich bezieht.
00:39:38: aber seitdem hier mit Kopfhörern einkaufen gehe...
00:39:40: Achso, machst du dann Airpods rein
00:39:42: und dann?
00:39:44: Ich hab immer Kopfhörer mit und ein zweites paar im Auto.
00:39:48: Und sag mal, würde mich noch mal interessieren.
00:39:49: Dein Umfeld oder so könnte ich mir vorstellen?
00:39:52: Oder auch Gesellschaft guckt auf solche Themen ja manchmal drauf und hat da gar keine Meinung zu beziehungsweise scheut auch dich zum Beispiel oder Betroffene darauf anzusprechen.
00:40:01: das geht ja mit anderen Erkrankungen auch so.
00:40:03: wir arbeiten beide mit Menschen mit Behinderung.
00:40:05: Wir wissen selber wenn behinderte Menschen im Stadtbild unterwegs sind Leute also entweder sehr extrem es wird sehr drauf geschaut und gegauft Und auf der anderen Seite, wenn man aber dann in Situationen ist, wo man enge Gespräche hat wird.
00:40:18: Aber das Thema nicht angeschnitten, weil man nicht drüber reden mag.
00:40:21: Ist es bei dir auch so?
00:40:22: Wenn du in solche Settings kommst, dass du merkst ... Ich sag mal, ich habe Depression und das Thema verstumpft so.
00:40:30: Die Leute wollen möglichst woanders drüberreden.
00:40:33: oder sagst du an der Stelle, nee eigentlich ist es total wichtig, dann offen zu fragen.
00:40:38: also stellt mir doch Fragen!
00:40:40: Ja, man sollte Fragen stellen.
00:40:42: Wenn ich das will, sag' ich da
00:40:43: schon.".
00:40:44: Oder wenn ich da gerade kein Lust drauf hab oder... Ich meine immer habe ich da auch keinen Bock drauf.
00:40:49: Ja fragt!
00:40:50: Es ist ähnlich wie dieses mit den Rollschuhfahrern die sagen dann frage mich doch guck mal da warum hat er keine Beine?
00:40:57: Wo Kinder dann hinkommen wo die dann froh sind die Eltern die zurückziehen aber die sagen nein.
00:41:01: Kinder machen das
00:41:02: Genau lass sie.
00:41:03: Und so ist es ähnlich.
00:41:04: und wenn's gerade nicht passt, dann wird man das schon gesagt bekommen.
00:41:08: Also lasst uns mehr wie die Kinder sein muss man ja so ein Stück weit sagen?
00:41:11: Ja fragen kostet nichts!
00:41:13: Und wenn ich frag kann keine Antwort kriegen.
00:41:15: Wenn's nein, ich möchte grad nicht, dann ist es so.
00:41:18: Gibt es einen Moment wo du auch Angst davor hast dass du noch mal richtig abrutscht.
00:41:22: irgendwo gibt es solche Angst.
00:41:24: oder sagst du ich bin mittlerweile... Ich kenne meinen Körper so gut dass ich das gar nicht mehr in Betracht ziehe?
00:41:32: Nein Natürlich hab ich Angst, wieder komplett abzustürzen.
00:41:36: Also es reicht manchmal schon ... Man hat einen guten Tag, kriegt einen Anruf, irgendeine blöde Nachricht... Ja, ich nehm jetzt einfach mal meine Tochter also Beispiel.
00:41:46: Wenn man sich gefreut hat sie zu sehen und man kriegt eine Nachricht, nee das passt nicht, dann zieht ein das unwahrscheinlich runter.
00:41:53: Obwohl mit siebzehn Jahren habe ich andere Dinge zu meinem Vater zu kommen.
00:41:58: So ist ja dann plausibel.
00:42:01: Dann muss ich mir halt immer wieder vor Augen für Nein Die anderen Dinge, das macht schon alles Sinn.
00:42:07: Und ich weiß nicht, wenn große Einschneidenerlebnisse kommen?
00:42:10: Keine Ahnung!
00:42:11: Ja
00:42:11: gut aber da muss man dann ja auch nicht unbedingt hindenken und sich dieses Szenario ausmalen.
00:42:16: Nein, aber ich könnte es nicht ausschließen, nein.
00:42:19: Sag mal was würdest du oder was wünschst du dir dass Zuhörerin und Zuhöhrer so aus der Sache aus diesem Podcast mitnehmen sollen?
00:42:29: Wenn ihr einen Angehörigen habt, beobacht das ganze.
00:42:32: Sprecht es ruhig an vorsichtig nicht mit der Brechstange
00:42:37: und du bist ja das beste Beispiel dafür Dass Hilfe wirken kann dass man Ja auch lernen muss mit so einer Krankheit umzugehen Das ist eben nicht die rosa Wunderpille gibt die man abends nimmt und dann ist alles vorbei.
00:42:52: Sondern das ist eine Aufgabe, sich auf dem zu stellen und damit umzugehen.
00:42:56: Aber es gibt Hilfe!
00:42:57: Das ist glaube ich ein ganz wichtiger Botschaft hier aus dem Podcast.
00:43:02: Das kann ich jetzt auch nochmal für Vitos sagen von der Personalabteilung oder stellvertretend.
00:43:08: Auch da wenn ihr keine Personen habt außenstehend an die euch wenden könnt dann sind natürlich auch die Kollegen in der Personal-Abteilung erstmal für ein offenes Ohr da denn im Rahmen unseres betrieblichen Gesundheitsmanagement ist auch ein Arbeitgeber für Sorge berechtigt, um zu schauen wie können wir vielleicht auch noch mal unterstützen.
00:43:28: Wir haben noch Möglichkeiten Vernetzung Kontakte herzustellen.
00:43:31: also auch da scheut euch nicht sondern sucht euch hilfe.
00:43:34: ich glaube das ist so die zentrale Botschaft hier auch von dir
00:43:37: ja
00:43:40: Macht das nicht mit euch selber aus, sondern wenn ihr Veränderungen in eurer Leben feststeht.
00:43:44: Sucht euch gute Freunde, sucht euch Angehörige, suchst euch Familie, geht auf euren Hausarzt zu, nutzt vielleicht die Telefonseelsorge und ertragt diese Zustände nicht bis es nicht mehr geht und bis man wirklich vor dem Abgrund steht wie du ja selber auch mal gesagt hast, sondern versucht euch Hilfe zu holen?
00:44:01: Es gibt Hilfe!
00:44:01: Das ist glaube ich eine wichtige Botschaft.
00:44:03: Ja, es gibt Hilfe.
00:44:04: Man muss hier halt einfach nur suchen und nutzen.
00:44:09: Sven, ich danke dir wirklich herzlich.
00:44:12: Ich habe jetzt hier ganz viele Fragen aufgeschrieben und glaube, dass ich fast alles habe.
00:44:16: Gibt es irgendetwas, was dir wichtig ist?
00:44:18: Wo du nochmal drüber sprechen möchtest?
00:44:21: Nee so, im Moment fällt mir nichts ein.
00:44:23: Schön!
00:44:23: In der Stunde vielleicht.
00:44:24: Ja.
00:44:25: Sven dann hab' ich natürlich zum Ende dieses Gesprächs noch mal... Eine Frage an dich, und zwar wollen wir von unseren Gästen immer aus so einen kleinen Kulturtipp haben.
00:44:34: Oder ein Buchtipp oder eine DVD?
00:44:38: Oder ein Theaterbesuch oder irgendwas wo du sagst hey Leute das will ich euch mal empfehlen.
00:44:43: dass lohnt sich wirklich dahin zu gucken.
00:44:45: Und da wollte ich dir mal fragen ob du da irgendwie ein Tipp hast.
00:44:48: Ja also ich habe ein buch Das heißt kommt von Robert Enke und heißt Ein allzu kurzes Leben.
00:44:54: Ich weiß nicht ob Robert Enkel noch allen etwas sagen.
00:44:56: Es waren national Torhüter, der sein Leben lang unter Depressionen gelitten hat und sein Leben dann nachher auftragischerweise beendet hat.
00:45:07: Das Buch wird geschrieben von seiner Frau und seinem Freund wenn ich das richtig in Erinnerung habe.
00:45:13: ja und das zeigt es halt einfach mal ein bisschen.
00:45:16: also wer gerne liest sollte sich das vielleicht einmal zum Mute führen Ja und wer ganz lehes faul ist so wie ich auf Instagram gibt es den Christian Durstewitz kurz vor seinem Durchbruch stand, meine ich zu wissen.
00:45:31: Dann auch unter Depressionen und ADHS glaube ich leidet und das auf eine ganz tolle manchmal auch witzige Art... Ja, da stellt man sich ein bisschen vorstellen kann wie man sich fühlt.
00:45:46: Den würde ich empfehlen, da kriegt man schon eine Menge raus.
00:45:49: Also wir wiederholen es noch einmal Robert Enkel
00:45:54: Ein
00:45:54: allzu kurzes Leben Und Christian Durstewitz bei Instagram
00:45:57: Genau
00:45:58: Sehr gut So, und jetzt ganz zum Schluss kriegst du noch eine besondere Aufgabe.
00:46:02: Und zwar ... Du kennst die schönen Busse, die ich immer durchmappen fahre.
00:46:05: Da hinten ist so ne wunderbare Werbefläche drauf!
00:46:07: Ich hab einen Bus für dich organisiert, den du ganz explizit mit einem Spruch deiner Wahl oder einer Botschaft ausrüsten kannst und bekleben kannst.
00:46:18: Und da wollte ich dir fragen ob du da etwas mitgebracht hast?
00:46:21: Ja manchmal ist es schön wenn der Kopf aus ist.
00:46:25: Sehr schön, manchmal ist das schön wenn der Kopf aus ist.
00:46:30: Ja, schön!
00:46:30: Den will ich gerne aufnehmen und den können wir gerne in Auftrag geben.
00:46:34: Er sagen ja mal, stell doch mal den Kopf an, mach noch mal einen Kopf an.
00:46:37: Manchmal ist es echt schön, wenn er Ruhe gibt.
00:46:40: Das kann ich bestätigen und das ist ja auch in der Wissenschaft ein Thema, das total wichtig ist.
00:46:44: Dass viele Wissenschaftler sagen gerade in unserer Medien überfüllten Zeit von Instagram, Facebook und
00:46:49: Co.,
00:46:50: es ist ganz wichtig eigentlich tagsüber mal einfach eine Stunde im Raum zu gucken und so gar nichts!
00:46:55: Also im Grunde genommen den leeren Raum zu schauen und die Lehre zuzulassen.
00:47:00: Und das wollen wir doch vielleicht am Schluss auch nochmal als Aufruf nehmen Sven zu sagen macht nicht immer den Kopf an sondern gönnt euch mal Lehre.
00:47:09: Wo wir darüber sprechen, als ich nachher im Krankenhaus gewesen bin oder die ersten Tage im Krankenhaushalb auf dem Bett gelegen oder was machen jetzt.
00:47:19: Es gab keine Termine.
00:47:20: Das waren die ersten zwei Tage die Hölle bis ich dann nachher Wege gefunden habe.
00:47:26: aber ich werde dieses Bild nie vergessen wie ich auf diesem Krankenhaus bett gelegen habe und so etwas machen
00:47:30: muss.
00:47:31: Also auch mal Leere zulassen!
00:47:33: Und ansonsten, Sven noch mal vielen Dank für deine Offenheit.
00:47:37: Das kostet mir Sicherheit auch Überwindung.
00:47:39: so diesen Schritt zu gehen und sich an die Öffentlichkeit zu wenden finde ich ganz stark, ganz Hut ab Schapo.
00:47:45: Und wie gesagt nochmal zum Ende liebe Leute wenn ihr merkt in meinem Leben verändert sich.
00:47:50: was teilt euch mit geht auf Leute zu es gibt Hilfe zugenüge und geht den ersten Schritt denn das ist der erste Weg zur Besserung und zu einem anderen leben zu hoffentlich einem gesonderen Leben.
00:48:02: genau
00:48:03: Vielen Dank.
00:48:04: Und genau, möchtest du abschießen?
00:48:06: Welche Grüße loswerden?
00:48:07: ansonsten?
00:48:08: Ich grüße alle, die mich kennen und danke dir für die Zeit, die du für mich geopfert hast!
00:48:12: Ja, was Schlimmde, haben wir gut hingekriegt
00:48:14: ne?!
00:48:14: Ja geht... Hände sind jetzt mittlerweile durchgeschwitzt aber ja es
00:48:17: geht.
00:48:18: Die kann man abtrauen, sehr gut.
00:48:20: Okay, liebe Hörer von Rollstuhl und Rakete!
00:48:22: Wir hören uns wieder im nächsten Monat.
00:48:24: Und zwar am fünftzehnten, denn das ist immer das Veröffentlichungsdatum unseres neuen Podcasts.
00:48:29: Ich wünsche euch einen guten Mai, eine gute Frühlings- und Sommerzeit bis zum nächsten Mal.
00:48:36: Tschaui und macht's
00:48:46: gut!
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